Fragen & Antworten zu Schnell- und Selbsttests

Allgemeines

In einem gemeinsamen Aufruf appellieren die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft an die Unternehmen hierzulande, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – wo möglich – ein Corona-Testangebot zu unterbreiten. Eine gesetzliche Testpflicht für alle Unternehmen besteht derzeit nicht. 
Gemäß den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz vom 03.03.2021 stellen regelmäßige Corona-Test einen wichtigen Baustein in der Pandemiebekämpfung dar.
Die nationale Teststrategie wird um nachfolgende Maßnahmen ergänzt, die bis Anfang April 2021 schrittweise umgesetzt werden sollen:
  • Die Unternehmen sollen ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen. Soweit möglich, soll eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen.
  • Allen asymptomatischen Bürgern wird mindestens einmal pro Woche ein kostenloser Schnelltest in einem regionalen Testzentrum einschließlich einer Bescheinigung ermöglich werden.
  • Die Länder stellen im Rahmen von Testkonzepten sicher, dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schüler pro Präsenzwoche ein Angebot von mindestens einem kostenlosen Selbsttest erhalten. Soweit möglich, soll eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen.
Zum 08.03.2021 ist die geänderte Coronavirus-Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit in Kraft getreten. Diese regelt den Anspruch auf Testung; insbesondere wird in der Neufassung ein Anspruch auf wöchentlich kostenfreie Bürgertestung eingeführt. Weitere Infos zum Thema Testen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.
Die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen empfiehlt Testungen insbesondere bei Dienstleistungen, die nur ohne Mund-Nasen-Bedeckung in Anspruch genommen werden könne. Diese sollen nur bei Vorliegen eines durch einen tagesaktuellen SARS-CoV-2- Schnelltest oder eines vor Ort durchgeführten Selbsttests der Kundinnen und Kunden nachgewiesenen negativen Testergebnisses erbracht werden und wenn ein Testkonzept für das Personal besteht.

Fragen zu Testangeboten

Was ist der Unterschied zwischen PCR-Tests, Antigen-Schnelltests und Selbsttests?

PCR-Tests sind der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal – die Auswertung durch Labore.
Antigen-Schnelltests für SARS-CoV-2 funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Durchgeführt werden können sie nur durch geschultes Personal – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort.
Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Dafür muss die Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach sein. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüft zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut Qualität und Aussagekraft der Tests.

Gibt es eine Meldepflicht bei positiven PoC-Antigenschnelltest und positiven Selbsttests?

Positive Ergebnisse von PoC-Antigenschnelltests sind meldepflichtig. Auch Personen, die in Schulen oder anderen Einrichtungen diese Tests bei anderen Personen anwenden, sind in die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz einbezogen.
Positive Ergebnisse von Selbsttests sind nicht meldepflichtig. Der Test sollte aber genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigt und gemeldet werden.  Die AHA+L-Regeln sind weiterhin zu beachten. Der PCR-Test kann über den Hausarzt oder die Nummer 116117 vereinbart werden.

Wo werden die Schnelltests durchgeführt?

Unabhängig von den Tests in Unternehmen können sich laut Bundesregierung alle Bürgerinnen und Bürger einmal wöchentlich kostenfrei testen lassen. Seit 9. März besteht dafür eine Rechtsgrundlage. Täglich entstehen auch in Hessen mehr Teststellen. Die bisher gemeldeten Testmöglichkeiten finden Sie in dieser Übersicht des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration nach Postleitzahlen geordnet.

Wo können Corona-Tests bezogen werden?

Selbsttests wurden bereits durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen. Die Selbsttests sind frei verkäuflich und können übers Internet, im Handel oder in Apotheken angeboten werden.
Antigen-Test-Sets gibt es über den Medizingroßhandel oder Apotheken. Eine Übersicht der zugelassenen Antigen-Tests und Vertreiber liefert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Bitte prüfen Sie für sich auch ein Zusammenschluss zu einer Einkaufsgemeinschaft mit anderen Unternehmen, um die logistische Bearbeitung effektiver zu gestalten. Die Medizinprodukte-Abgabeverordnung regelt, an wen bestimmte Medizinprodukte wie zum Beispiel Tests auf das Coronavirus abgegeben werden dürfen. Die Verordnung wurde in den vergangenen Monaten mehrfach angepasst. Bislang sieht die Medizinprodukte-Abgabeverordnung in § 3 Abs. 4a Nr. 4 vor, dass nur Unternehmen der kritischen Infrastruktur PoC-Antigenschnelltests erwerben dürfen. Schnelltests dürfen nach neuem Entwurf der Medzinprodukte-Abgabeverordnung (MPAV) (09.03.2021) an Arbeitgeber im Sinne des § 2 Abs. 3 des Arbeitsschutzgesetzes abgegeben werden. Voraussichtlich ab nächster Woche (KW 11) wird die Verordnung in Kraft treten, somit werden alle Unternehmen diese Tests beziehen können.

Was ist zu beachten, wenn ich in meinem Unternehmen Antigen-Tests für die Beschäftigen anbieten möchte?

Testung durch geschultes Personal

Schnelltests sollten zwar durch Ärztinnen und Ärzte oder entsprechend geschulte Pflegefachkräfte/medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden. Doch um Antigentestungen auszuweiten, wurde der Arztvorbehalt aufgehoben. Dadurch darf gemäß § 4 Abs. 5 in Verb. mit Abs. 2 Medizinprodukte-Betreiberverordnung ein Betreiber beispielsweise von Schulen, Pflegeheimen und Unternehmen Personen mit dem Anwenden von PoC-Antigentests beauftragen. Diese Person muss die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung haben sowie
durch eine Schulung in das anzuwendende Medizinprodukt eingewiesen werden. Die Durchführung eines Schnelltests ist in der Regel unkompliziert. Wichtig ist, dass v. a. die Abläufe exakt eingehalten werden. 
Einen Leitfaden zum Einsatz von Selbsttests in Unternehmen finden Sie hier.

Arbeitsschutzmaßnahmen

Hinsichtlich der einzuhaltenden Arbeitsschutzmaßnahmen wird auf den Beschluss Nr. 6/2020 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) vom 8. Februar 2021 „Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2“2 verwiesen. Auch die kassenärztliche Bundesvereinigung sowie die Berufsgenossenschaft Gesundheitsdient und Wohlfahrtspflege informieren über die erforderliche Schutzkleidung der testenden Personen.

Kann ein Unternehmen die Mitarbeiter zum Test verpflichten?

Vor der Testung muss eine schriftliche Einverständniserklärung des Mitarbeiters vorliegen. Die Mitarbeiter müssen individuell aufgeklärt werden. Dies bezieht sich auf die Testdurchführung an sich sowie auf den Fakt, dass für den Fall eines positiven Testergebnisses die (personenbezogenen!) Daten an das deutsche Gesundheitsamt gemeldet werden und sie verpflichtet sind, dieses Ergebnis ebenfalls an ihr Wohnortgesundheitsamt zu melden. Dies kann z. B. mithilfe eines Aufklärungsbogens erfolgen. Die Datenverarbeitung bedarf insofern der Einwilligung seitens der zu testenden Person. Bitte beachten Sie, dass Gesundheitsdaten besonders schutzwürdig sind. Außerdem ist bei dieser Teststrategie die Testung für die Mitarbeiter unentgeltlich durchzuführen.

Wie kann ich als Arbeitgeber dokumentieren, dass ich meinen Mitarbeitern ein Testangebot unterbreitet habe?

Hier reicht ein Aushang am Schwarzen Brett, eine E-Mail an alle Mitarbeiter oder der sonstige im Unternehmen gewählte Informationsweg.

DIHK-Webinare für Unternehmen

Der DIHK bietet zwei kostenlose Kurzseminare an. Unternehmerinnen und Unternehmen erhalten hier erste Hilfestellung zu diesen beiden Themen:  
Bitte beachten Sie: Die Nachfrage nach den Webinaren ist sehr groß, die Termine sind schnell ausgebucht. Es kommen aber immer wieder neue Termine dazu.
Weitere Informationen: www.wirtschafttestetgegencorona.de