Kammern in Hessen: Weißbuch "Perspektiven der Infrastruktur"

Hessische Industrie- und Handelskammern beteiligen sich mit Beiträgen zu Bildung und Qualifizierung, Verkehr und Mobilität sowie Digitalisierung

Wiesbaden, 21. April 2026
Die hessischen Kammerorganisationen haben im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative „Kammern in Hessen“ heute im Kurhaus Wiesbaden ihr Weißbuch „Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen“ an Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, sowie Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, übergeben.
Das Weißbuch bündelt die Perspektiven der Freien Berufe, der Industrie und des Handwerks und formuliert konkrete Handlungsfelder, in denen aus Sicht der Praxis besonderer Handlungsbedarf besteht. Alle eingereichten Beispiele und Lösungsansätze sind auf Landesebene umsetzbar und können dadurch zeitnah Wirkung entfalten.
In seinem Grußwort im Rahmen der Weißbuchübergabe betonte Dr. Felix Heusler, Vizepräsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK), die Bedeutung eines breiten Infrastrukturverständnisses:
„Gerade weil Infrastruktur so grundlegend ist, muss sie breit verstanden werden: Verkehr und Mobilität, digitale Netze und Daten, Gesundheits- und Sozialversorgung, Rechts- und Verwaltungsinfrastruktur, Bildung, Forschung und Qualifizierung. Diese umfassende Perspektive bildet die Grundlage dieses Weißbuchs.“
  • eine zukunftsfähige Bildungs- und Qualifizierungsinfrastruktur als Grundlage der Fachkräftesicherung,
  • eine leistungsfähige und verlässliche Verkehrs- und Mobilitätsinfrastruktur,
  • sowie der konsequente Ausbau der digitalen Netze und Verwaltungsstrukturen.

Zur Bildungs- und Qualifizierungsinfrastruktur erklärt HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder Steinmüller:
„Eine leistungsfähige Bildungsinfrastruktur ist ein zentraler Standortfaktor für Hessen. Sanierungsbedürftige Schulen und Berufsschulen, Defizite bei der digitalen Ausstattung und der zunehmende Mangel an Lehrkräften gefährden die Qualität von Bildung und beruflicher Qualifizierung. Ohne moderne Bildungsinfrastruktur gibt es keine Fachkräfte von morgen. Investitionen in Lernorte und Lehrkräfte sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit Hessens.“
Mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur betont Ulrich Caspar, Vizepräsident des HIHK:
„Hessische Unternehmen, ihre Lieferanten, Kunden und Mitarbeitenden sind auf funktionierende Verkehrswege angewiesen. Die Bergshäuser Brücke steht exemplarisch für ein strukturelles Problem: Zentrale Verkehrsprojekte dauern in Hessen zu lange und gefährden die Leistungsfähigkeit des Standorts. Zehn Jahre von der Planung bis zum Baubeginn sind nicht akzeptabel. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich beschleunigt werden, damit Unternehmen auf eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur bauen können.“
Mit Fokus auf das Thema Digitalisierung fordert HIHK Vizepräsident Dr. Felix Heusler:
„Digitale Infrastruktur ist heute der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Versorgungslücken bei Glasfaser und Mobilfunk, Engpässe bei Rechenzentren und fehlende digitale Kompetenzen bremsen die Transformation. Hessen braucht schnellere Genehmigungen, eine klare Strategie für digitale Infrastruktur und gezielte Qualifizierung, damit Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung wirksam vorankommt.“

Nach einem Podiumsgespräch zu den Prioritäten der Infrastrukturpolitik mit den Ministerinnen und dem Minister erfolgte die symbolische Übergabe des Weißbuchs durch Dr. Heike Winter, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen, gemeinsam mit den Präsidentinnen und Präsidenten der weiteren Kammerorganisationen. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten ein gemeinsames Foto sowie das Schlusswort von Dr. Hartmut Ruppricht, Präsident der Steuerberaterkammer Hessen.