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Studie: IHK-geprüfter Weiterbildungsabschluss zahlt sich aus – nicht nur finanziell

11. Juli 2023 – Die auf praktischer Erfahrung aufbauende IHK-Weiterbildung zahlt sich für die Beschäftigten und Betriebe immer mehr aus! Nach einer DIHK-Umfrage unter 20.000 Absolventinnen und Absolventen verdienen rund 60 Prozent von ihnen nach ihrer IHK-Prüfung mehr Geld als vorher. 57 Prozent haben nach der Weiterbildung einen größeren Verantwortungsbereich im Job. Auch für die Betriebe bringt dieser Qualifizierungspfad viele Vorteile: Sie können aus der eigenen Belegschaft auf Top-Niveau weitergebildete Fach- und Führungskräfte entwickeln, die mehr Verantwortung übernehmen. Die IHK-Weiterbildung ist deshalb schon längst kein Geheimtipp mehr, sowohl für karrierebewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für unternehmerische Strategien gegen den Fachkräftemangel.
Mehr als 2,5 Millionen Erwerbstätige in Deutschland verfügen inzwischen über einen Abschluss als Fachwirt oder Meister. Allein im IHK-Bereich werden jährlich rund 60.000 Prüfungen abgenommen. Diese Abschlüsse liegen zumeist auf dem Niveau 6 und 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens DQR und sind somit gleichwertig zum Bachelor und Master einer Hochschule. Mit einer Arbeitslosenquote von nur 1,2 Prozent – und damit sogar noch niedriger als bei Akademikern – ist der Arbeitsmarkt in dieser Gruppe nahezu komplett leergefegt.
Die Berufliche Weiterbildung wird auch von den Absolventinnen und Absolventen selbst sehr positiv beurteilt – so das Ergebnis der bundesweiten IHK-Befragung unter Personen, die in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich bei ihrer IHK an einer entsprechenden Fortbildungsprüfung teilgenommen haben.
In Hessen berichten 82 Prozent der Absolventinnen und Absolventen von positiven Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung. Auf einer Liste mit Mehrfachnennungen rangieren finanzielle Verbesserungen (60 Prozent) sowie der Aufstieg in eine höhere Position oder einen größeren Aufgaben- und Verantwortungsbereich (57 Prozent) ganz oben.
Gut zwei Drittel derjenigen mit einem Gehaltsplus beziffern die monatlichen Zuwächse auf mehr als 500 Euro. Mehr als 30 Prozent verdient sogar mindestens 1.000 Euro mehr im Monat als vor der Weiterbildung. Gehaltszuwächse zeigen sich drei Jahre nach erfolgreicher Fortbildungsprüfung wesentlich stärker als kurz nach dem Abschluss. Viele positive Effekte ergeben sich aber auch sofort: 93 Prozent der Absolventinnen und Absolventen sagen, dass sich die Weiterbildung positiv auf ihre persönliche Entwicklung ausgewirkt hat – sei es, dass sie ihren Blickwinkel erweitert oder sie mehr Souveränität gewonnen haben. Die persönlichen Benefits nach einer entsprechenden Weiterbildung fallen dabei noch stärker aus als die rein beruflichen Verbesserungen – sie dürften sich im weiteren Berufsleben der Absolventinnen und Absolventen in jeder Hinsicht positiv bemerkbar machen.
Die Weiterbildung rechnet sich aber auch noch in anderer Hinsicht: Wer im Bundesland Hessen eine Weiterbildung z. B. über die IHKs absolviert, der erhält vom Land unter Einhaltung bestimmter Voraussetzung bei der Antragsstellung die so genannten Aufstiegsprämie: einen Bonus über 1000 Euro.

90 Prozent würden sich wieder für den gleichen Fortbildungsabschluss entscheiden

Die Zufriedenheit mit einem Abschluss der Höherqualifizierenden Berufsbildung ist der Studie zufolge sehr hoch: Rund 90 Prozent der Befragten würden sich erneut für den gleichen Fortbildungsabschluss entscheiden. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) plant weitere Qualifizierungen. Hier steht ein zusätzlicher Abschluss der IHK-Weiterbildung am höchsten im Kurs. „Die positiven Effekte der beruflichen Weiterbildung müssen – wie auch die Gleichwertigkeit der Höherqualifizierenden Berufsbildung mit akademischen Abschlüssen noch viel bekannter und in den Köpfen von Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie den Lehrkräften verankert werden. Die vor gut drei Jahren im Berufsbildungsgesetz verankerten Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ sollten daher zügig weiter ausgerollt werden. Hier sind vor allem die Sozialpartner in der Verantwortung. Schon in der Berufsorientierung, die wir flächendeckend auch an Gymnasien benötigen, müssen Schülerinnen und Schüler informiert werden, dass sich ihnen über eine duale Ausbildung und eine entsprechende Weiterbildung praxisnah ebenso erfolgreiche Karrierewege eröffnen wie Akademikern“, sagt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK).
Weitere Informationen auch unter www.dihk.de/weiterbildung-lohnt

Studienausstieg als Karrierechance

Es gibt viele Gründe für einen Studienabbruch: falsche Erwartungen an den Studiengang, nicht bestandene Prüfungen, Wunsch nach mehr Praxisbezug oder finanzielle Aspekte führen bei Studierenden oft zum Zweifel, ob das Studium wirklich der richtige Weg ist. Fast 30% aller Studierenden beenden ihr Studium ohne Abschluss. Doch auch nach einem abgebrochenen Studium eröffnen sich attraktive Karrierewege: Unternehmen in Handwerk, Handel und Industrie schätzen die Fachkenntnisse und Erfahrungen von Studienabbrechern und bieten die Möglichkeit für einen Neustart.

Unterstützungsangebote für die Stellensuche
Auf der Seite der IHK Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) können interessierte Personen schauen, welche Ausbildungsstellen aktuell oder für das kommende Jahr offen sind.
Sollten Sie sich noch in einem Sondierungsprozess bezüglich Ihres vorzeitigen Studienausstieges befinden, ist es wichtig, sich bereits frühzeitig über die Möglichkeiten einer qualifizierenden Berufsausbildung zu informieren.
Welche Berufe bzw. Berufsbereiche interessieren mich? Möchte ich ein Praktikum vor Beginn meiner Berufsausbildung machen? Ist vielleicht auch die Selbstständigkeit eine Option für mich? Je früher Sie sich informieren und planen, desto besser sind die Aussichten einen Ausbildungsplatz zu finden. Auch wenn der Start einer Berufsausbildung ganzjährlich möglich ist, beginnen die meisten Firmen Ihre Ausbildung im Herbst. Die Zeit vom Ausstieg des Studiums bis zum Beginn der Ausbildung kann sinnvoll durch ein Vorab-Praktikum beim potenziellen Ausbildungsbetrieb genutzt werden, sodass zu Beginn der Ausbildung schon erste Betriebsstrukturen bekannt sind.

Beratung für potenzielle Studienaussteiger
Rund um das Thema "Studienzweifel" und "Berufswahl" informieren zunächst einmal die Studienberatungen der Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Geht es dann konkret um die Frage eines Übergangs in die berufliche Ausbildung, stehen auch die hessischen Industrie- und Handelskammern mit Rat und Tat zur Seite.
Vorteile der dualen Ausbildung
  • Praxisnähe bietet besonderen Lernerfolg und Motivation
  • Ausbildungsvergütung macht finanziell unabhängig
  • Gute Übernahmechancen bieten berufliche Sicherheit (auch in Krisenzeiten)
  • Begabte Azubis können von gezielter Förderung durch Betrieb profitieren
  • Schneller Berufseinstieg legt wertvollen Grundstein für weitere Karriere
  • Nur mit einer Ausbildung erhält man Zugang zum Bachelor und Master Professional
Ausführliche Informationen zu den Vorteilen der dualen Ausbildung finden Sie hier.

Weitere Unterstützungsangebote: Selbsterkundungstools und Interessentests
Mit diesem Selbsterkennungstool erfahren Sie, welche Ausbildung oder welches Studium gut zu Ihren Denkweisen und Arbeitshaltungen passt.
Bei diesem Studieninteressentest werden Ihre eigenen Interessen und Neigungen in den Mittelpunkt Ihrer Überlegungen gestellt, um so herauszufinden, welches Studium Ihnen besonders gut liegt.
Das Student-Self-Reflection-Tool wurde für Studierende, Hochschulen und Beratungsstellen entwickelt. Es wird eine individualisierte Rückmeldung und weitere Informationen angeboten.
Dieses Reflexionstool hilft die eigenen Fähigkeiten und Interessen einzuschätzen, um so zur Berufsorientierung beizutragen.

Neun hessische Schulen mit IHK-Schulpreis für Berufsorientierung ausgezeichnet

15. Dezember 2022 – Neun Schulen aus Hessen wurden heute mit dem Hessischen IHK-Schulpreis für ihre Projekte zur beruflichen Orientierung ausgezeichnet. Sie bereiten ihre Schülerinnen und Schüler mit ideenreichen Aktionen auf den Start in die Berufswelt vor. Überreicht wurden die Urkunden und Preise durch Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller im Kurhaus in Wiesbaden. Das Preisgeld beträgt je Schule 1.500 Euro.
“Die heute ausgezeichneten Schulen geben im besten Sinne Orientierung. Mit großem Einsatz zeigen sie ihren Schülerinnen und Schülern, wie ihr beruflicher Werdegang aussehen kann. Diese praxisnahe Berufsorientierung ist für die Jugendlichen entscheidend. Aber auch für Hessens Wirtschaft, denn sie kann in vielen Berufen ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel sein. Schon heute fehlen in Hessen 135.000 Fachkräfte, 86 Prozent davon beruflich Qualifizierte”, so HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller.
Der Hessische Kultusminister, Prof. Dr. R. Alexander Lorz, sagte: “Unsere vielfältigen Angebote zur Berufsorientierung unterstützen die Schülerinnen und Schüler, den für sie passenden Beruf zu finden. Gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben wird damit die Grundlage für die Fachkräfte von morgen gelegt und der hessische Wirtschaftsstandort gesichert.”
“Viele Jugendliche haben die sprichwörtliche Qual der Wahl. Sie sind unsicher, welcher Beruf oder welches Studium zu ihnen passt. Die prämierten Schulprojekte schaffen es, den Jugendlichen in dieser Zeit wertvolle Orientierung zu geben. Unser Wunsch ist, dass alle Schülerinnen und Schüler in Hessen umfassende Berufsorientierung erhalten. Ausbildung und Studium sollten dabei gleichberechtigt vorgestellt werden. Dafür braucht es mehr ausgebildete Lehrkräfte und Fortbildungen für sie, praxisnahe Unterrichtshilfen sowie eine stärkere Kooperation zwischen Schulen und Betrieben”, so Schoder-Steinmüller weiter. Entscheidend sei zudem das Bewusstsein bei Lehrkräften, Eltern und Jugendlichen für die Durchlässigkeit im Bildungssystem, die individuelle Bildungs- und Berufswege ermögliche.

Ausgezeichnete Schulen

Kategorie Förder-/Hauptschülerinnen und -schüler
  • Anne-Frank-Schule, Dieburg (Projekt: Fit for Job)
  • Gutenbergschule, Darmstadt (Projekt: Zukunft GUT GEMEINSAM gestalten)
  • Ederseeschule, Herzhausen (Projekt: Horizont erleben)
Kategorie Realschülerinnen und -schüler
  • Hinterlandschule, Standort Breidenbach (Projekt: Erweiterte Praktikumsphasen)
  • Konrad-Haenisch-Schule, Frankfurt am Main (Projekt: Mach’ deinen eigenen Song)
  • IGS Nordend, Frankfurt am Main (Projekt: KI-Woche)
Kategorie FOS/Gymnasiasten
  • Carl-Bantzer-Schule, Schwalmstadt (Projekt: Job-Interviews)
  • Europäische Schule RheinMain, Bad Vilbel (Projekt: Digitale Plattform zur beruflichen Orientierung)
  • Hohe Landesschule, Hanau (Projekt: Datenbank für Praktikumsbetriebe)

Pressefotos

Fotograf: Paul Müller
Weitere Fotos auf Anfrage.

Bildunterschriften

Foto 2866: HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller
Foto 2899: Kultusminister, Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3142: Vertreter der Anne-Frank-Schule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller, und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3148: Vertreter der Gutenbergschule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3160: Vertreter der Ederseeschule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3165: Vertreter der Hinterlandschule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3175: Vertreter der Konrad-Haenisch-Schule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3183: Vertreter der IGS Nordend mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3194: Vertreter der Carl-Bantzer-Schule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3201: Vertreter der Europäische Schule RheinMain mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 3213: Vertreter der Hohe Landesschule mit HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Foto 2999: Gruppenfoto

Hessens Wirtschaft fordert neue Ansätze in der Berufsorientierung

12. Dezember 2022 – Hessens Wirtschaft fordert neue Ansätze, um Jugendliche besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Das Land solle Fachoberschulen als Vollzeitangebote abschaffen und die beruflichen Schulen wieder auf die Kernaufgabe Teilzeitunterricht konzentrieren. Zwei Praktika in der allgemeinbildenden Mittelstufe und eines in der gymnasialen Oberstufe sollten Pflicht werden. Eignungs- und Talenttests müssten allen Schülerinnen und Schülern angeboten werden. Zudem sollten Jugendliche und Studienabbrecher intensiver beraten werden. Das geht aus einem gemeinsamen Forderungspapier des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und des Verbands Freier Berufe in Hessen hervor.
Handlungsbedarf sieht die Wirtschaft wegen des Fachkräftemangels, der in vielen Berufen schon Realität ist. Bereits heute bestehe eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Es fehlten vor allem beruflich Qualifizierte: Von den derzeit 135.000 fehlenden Fachkräften seien 86 Prozent beruflich Qualifizierte. Dabei nähme die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber um die Duale Ausbildung seit Jahren ab. Von einer besseren Berufsorientierung und Reduzierung des schulischen Übergangssystems verspricht sich die Wirtschaft Linderung.
„Bei den Novellen des Hessischen Schulgesetzes und des Lehrkräftebildungsgesetzes hat die Landesregierung leider Chancen verpasst. Der Fachkräftemangel geht auch auf einen Mangel an passgenauer Orientierung zurück. Wir wünschen uns, dass die Jugendlichen bei der Wahl ihres Berufes besser unterstützt werden. Ausbildung und Studium sollten an allen Schulen gleichberechtigt vorgestellt werden. Es braucht außerdem mehr ausgebildete Lehrkräfte und Weiterbildungen für sie. Einige Schulen in Hessen sind bei der Berufsorientierung schon vorbildlich. Vielen anderen fehlen aber die Lehrkräfte, Vorgaben im Curriculum und praxisnahe Unterrichtshilfen“, sagte Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
„Für das hessische Handwerk“, so Susanne Haus, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, „ist es sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler in den Gymnasien in gleicher Weise eine Berufsorientierung auch im Stundenumfang erhalten, wie sie in den anderen Schulformen stattfindet. Dazu zählen dann nicht nur eine Studienorientierung in der Oberstufe, sondern auch frühzeitige Informationen zur Dualen Ausbildung, ein Ausbau der verpflichtenden Praktika in unterschiedlichen Bereichen, Betriebsbesichtigungen und Ähnliches.“
Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), sagte: „Wir haben in Hessen ein erhebliches Nachwuchsproblem. Immer weniger Jugendliche interessieren sich immer seltener für die duale Ausbildung. Deshalb müssen wir alle Potenziale heben, die wir haben, und da ist der Übergang von der Schule in den Beruf ein zentraler Bereich. Das schulische Übergangssystem mag für viele Jugendliche vermeintlich attraktiv sein, dadurch erwächst jedoch politisch hausgemachte Konkurrenz für die duale Ausbildung. Die Politik ist hier handelnder Akteur und muss Berufsorientierung an den Schulen breiter und verbindlicher aufstellen. Nicht als Option, sondern als Muss. Nicht als notwendiges Übel, sondern mit Elan für die Zukunft unserer Kinder und unserer Gesellschaft insgesamt.“
Dr. Karin Hahne, Präsidentin des Verbandes Freier Berufe in Hessen, hält fest: „Die duale Ausbildung im Bereich der Freien Berufe führt nicht zur Berufsträgerschaft. Es handelt sich hier um Assistenzberufe, auf die Ärzte, Anwälte oder Steuerberater bei der Ausübung ihres Berufes dringendst angewiesen sind. Die Freien Berufe üben Dienstleistungen direkt am Menschen aus. Dies fordert ein hohes Maß an Verantwortlichkeit auch und gerade bei den Assistenzberufen. Umso wichtiger ist es, dass bereits in den allgemeinbildenden Schulen frühzeitig gezielt und kompetent über die duale Ausbildung in diesem Bereich informiert wird. Flankiert von Kompetenzfeststellungsverfahren, um den richtigen Berufsweg für die eigenen Fähigkeiten finden zu können. Die Möglichkeiten dazu wünschen wir uns von der Politik.“

Kernforderungen im Überblick

  • Schulisches Übergangssystem reduzieren: Fachoberschulen als Vollzeitangebot abschaffen, berufliche Schulen auf Kernaufgabe Teilzeitunterricht konzentrieren
  • Mehr Praktika: Zwei mindestens dreiwöchige Pflichtpraktika für die Mittelstufe, ein weiteres in der gymnasialen Oberstufe; freiwillige Praktika erleichtern; 12 Wochen Praktika statt Verlängerung des Schulbesuchs für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben
  • Fachkräftemangel durch bessere Berufsorientierung und -beratung lindern
    • Kompetenz-, Eignungs- und Talente-Feststellungen in allen Schulen und für alle Schülerinnen und Schüler, mehr Berufsberaterinnen und -berater bei den Arbeitsagenturen
    • Bessere Beratung für (potenzielle) Studienabbrecher
    • Verpflichtende Studienorientierungstests vor Studienbeginn, die zur Selbstreflexion anregen, aber nicht als Zulassungsvoraussetzungen gelten
  • Stärkung der Berufsorientierung in allgemeinbildenden Schulen
    • Behandlung der Berufsorientierung auch in Kernfächern
    • Mehr Lehrkräfte und verpflichtende Weiterbildungen zur Berufsorientierung
  • Bessere Datenweitergabe zu anschlussgefährdeten Jugendlichen: Schulen aller Schulformen sollen Daten zur Berufsberatung an die Arbeitsagentur übergeben können, auch Gymnasien

Hintergrund

Das Nebeneinander von beruflicher und akademischer Bildung ist in Deutschland historisch gewachsen und hat sich über Jahrzehnte bewährt. Für die Duale Ausbildung wird Deutschland international bewundert. Das Verhältnis der Bildungsbereiche zueinander hat sich mittlerweile jedoch stark verschoben. Es besteht ein deutlicher Trend zur Akademisierung. Diese Entwicklung verstärkt den Mangel an beruflich Qualifizierten. In der beruflichen Bildung leisten die Unternehmen finanziell und inhaltlich einen wesentlichen Beitrag. Dadurch sind die staatlichen Ausgaben für Bildungskarrieren beruflich Qualifizierter niedriger als für Akademiker.

Update für Berufsorientierung in Hessen

Politik, Schulen und Wirtschaft diskutieren über Zukunft der beruflichen Orientierung

Darmstadt, 17. Oktober 2022 - Wie Jugendliche in Hessen besser aufs Berufsleben vorbereitet werden können – darüber diskutieren heute Vertreter aus Politik, Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft. Beim „Zukunftsforum Berufliche Orientierung Hessen“ geht es vor allem um die Frage, ob und wie der Fachkräftemangel durch zielgenaue Berufsorientierung entschärft werden kann. Organisiert wird die Veranstaltung von den hessischen Industrie- und Handelskammern. Sie warnen: Für über die Hälfte der hessischen Wirtschaft ist der Fachkräftemangel schon heute ein großes Risiko. Bis 2035 könnten in Hessen zusammengerechnet 495.000 Fachkräfte fehlen, vor allem beruflich Qualifizierte.
„Wir brauchen ein Update für die Berufsorientierung in Hessen. Denn neben Klima und Energie wird die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Bewährtes wie praxisnahe berufliche Orientierung in den Schulen und Schülerpraktika sollten wir beibehalten. Aber ergänzen um Neues wie Betriebspraktika für Lehrkräfte und die gezieltere Einbindung von beruflicher Orientierung in den Fachunterricht“, fordert Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz sagt: „Eine gute berufliche Orientierung hilft jungen Menschen dabei, den Beruf zu finden, der zu ihren individuellen Fähigkeiten passt, verhindert Ausbildungs- und Studienabbrüche und beugt dem Fachkräftemangel vor. In Hessen sind wir im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt. Darauf ruhen wir uns aber nicht aus. So wie sich die Arbeitswelt kontinuierlich wandelt, muss auch die berufliche Orientierung an unseren Schulen mit der Zeit gehen. Deshalb investieren wir erheblich in die Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Lehrkräfte.“
„Wir sind uns einig: Alle Jugendlichen sollen eine Tätigkeit finden, die ihnen Spaß macht und zu ihnen passt. Aber aus meiner Sicht müssen wir noch deutlicher zeigen: Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Es muss nicht das Studium sein. Eine erfolgreiche Karriere kann man auch mit einer Dualen Ausbildung starten. Schon jetzt fehlen uns berufspraktisch interessierte Jugendliche. Dabei brauchen wir gerade sie, um den Ausbau unserer Energie-Infrastruktur, den Weg zu Klimaneutralität oder die Digitalisierung erfolgreich umsetzen zu können“, so HIHK-Präsidentin Schoder-Steinmüller.

Mehr über die Veranstaltung

Ort: IHK Darmstadt, Großer Saal, Rheinstraße 89 in 64295 Darmstadt
Programm am 17. Oktober 2022:
  • 12:30 Anmeldung
  • 13:00 Begrüßung durch HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und
  • 13:20 Talk-Runde mit Kultusminister, HIHK-Präsidentin, Prof. Dr. Ralf Tenberg (TU Darmstadt), Barbara Jühe (Schulleiterin IGS Kelsterbach)
  • 14:00 Impro-Theater-Aufführung
  • 14:15 Keynote von Dr. Christian Lannert, TU Darmstadt
  • 15:10 Themenworkshops
    • „Berufliche Orientierung im Fachunterricht – wie passt das zusammen?“
    • „Gemeinsam zum Erfolg! – wie lässt sich die Kooperation Schule und Wirtschaft stärken?“
    • „Digitalisierung und Zukunftskompetenzen – wie entwickeln sich Berufsbilder und Anforderungen weiter?“
    • „Karrierebooster Ausbildung – wie lässt sich das Image der dualen Berufsausbildung verbessern?!“
    • „Berufliche Orientierung in der Lehrkräftebildung – welche Grundlagen sind entscheidend?“
  • 16:10 Präsentation der Workshop-Ergebnisse
  • 16:30 Kommentierung der Ergebnisse durch bildungspolitische Sprecher aus Landtagsfraktionen
  • 17:00 Abschluss durch Impro-Theater und Get-together

Neues Schulfach: HIHK begrüßt Pläne, weist aber auf Dringlichkeit hin

11. Juli 2022 - Zu den heute von Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus vorgestellten Plänen für ein neues Schulfach in Hessen äußert sich Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Landesregierung Hessens Schülerinnen und Schüler gezielter auf die Arbeitswelt vorbereiten möchte. Der Aufbau des neuen, deutschlandweit erstmalig so vorgesehenen Schulfachs 'Digitale Welt' ist ein guter Ansatz. Denn Entwicklungen wie die Digitalisierung sind in den Unternehmen längst Realität, verändern Berufsbilder und Geschäftsmodelle.
Es ist gut, dass das neue Pilot-Schulfach an ausgewählten Schulen erprobt und evaluiert wird. Die beschriebenen Herausforderungen sollten aber flächendeckend an allen Schulen thematisiert werden - im laufenden Unterricht, im Fach Informatik oder als eigenes Fach. Wir wünschen uns insgesamt mehr Fokus auf MINT-Bildung und berufliche Orientierung. MINT-Bildung sollte auch als besondere Bildungs- und Erziehungsaufgabe bei der laufenden Novelle des Hessischen Schulgesetzes berücksichtigt werden.
Der Fachkräftemangel ist für 52 % der hessischen Wirtschaft schon heute ein großes Risiko. Seit Jahren gibt es mehr Lehrstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Umso wichtiger ist die Berufsvorbereitung in den Schulen. Wir brauchen mehr berufspraktisch interessierte Jugendliche. Denn sie sind es, die Digitalisierung, Klimaneutralität und Industrie 4.0 weiter voranbringen werden.“

Vereinfachter Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte

Wirtschaft begrüßt Verstetigung des hessischen Modellversuchs

9. Juli 2022 - Wer einen mittleren Schulabschluss hat und eine 3-jährige Berufsausbildung mit 2,5 oder besser abschließt, kann in Hessen studieren. Der bisherige Modellversuch wird nun verstetigt. Die hessischen Industrie- und Handelskammern begrüßen, dass die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung in Hessen damit weiter gestärkt wird.
„Das bestätigt die hohe Qualität der dualen Ausbildung und stärkt die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung“, erklärt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK). Durch die Verstetigung der Regelung müsse kein Jugendlicher mehr pauschal das Abitur anstreben, nur um später noch studieren zu können.
„Wir sehen seit mehreren Jahren den Trend zum höheren formalen Bildungsabschluss. Die Entscheidung für das Abitur oder die Fachhochschulreife folgt dabei oftmals dem Prinzip: Alle Optionen offen halten. Viele junge Menschen schieben damit ihre Berufswahlentscheidung unnötig auf, obwohl sie auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beste Chancen hätten“, so Schoder-Steinmüller weiter.
Über eine duale Ausbildung könnten die jungen Menschen frühzeitig Erfahrungen in der Berufswelt sammeln. Auf dieser Basis könne später eine deutlich fundiertere Entscheidung über eine Weiterbildung in der Höheren Berufsbildung oder ein Studium getroffen werden. Vielfach böten Arbeitgeber jungen Nachwuchstalenten, die sich in der Ausbildung bewährt haben, sogar Unterstützung beim weiteren Karriereweg an.
Damit die Schülerinnen und Schüler von der Möglichkeit des Hochschulzugangs ohne Abitur profitieren können, sollte diese nun bekannter werden. Hier sehe die hessische Wirtschaft gerade an den Gymnasien noch deutlichen Entwicklungsbedarf.
Zum Hintergrund: Bereits seit mehreren Jahren konnten Personen mit mittlerer Reife und einer mindestens dreijährigen Ausbildung, die mit der Note 2,5 oder besser abgeschlossen wurde, im Rahmen eines Modellversuchs direkt nach der Ausbildung ohne zusätzliche Zugangsprüfungen an hessischen Hochschulen studieren. Nach der erfolgreichen Evaluation wurde dieser Weg des Hochschulzugangs durch die jüngste Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes und der dazu gehörigen Verordnung verstetigt. Im Jahr 2019 lag der Anteil der Studienanfänger, die ohne Abitur ins Studium gelangt sind, in Hessen bei 4,1 Prozent. Neben dem beschriebenen Modell des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte gibt es noch weitere Wege. Eine Übersicht bietet das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Zukunftsforum Berufliche Orientierung Hessen am 17. Oktober

Die Fachkräftesicherung wird eine der größten Herausforderungen dieses Jahrzehnts. Eine praxisnahe berufliche Orientierung ist der zentrale Baustein, um hierauf angemessen zu reagieren. Seit der Corona-Pandemie hat die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Übergang ins Berufsleben jedoch stark gelitten.
Wie lassen sich die aktuellen Lücken bei der beruflichen Orientierung nach der Pandemie wieder schließen? Welchen Umfang und welche Ressourcen benötigt eine gelungene Vorbereitung von Jugendlichen auf den Berufsstart? Wie können alle relevanten Akteure in den Prozess aktiv eingebunden werden?
Die hessischen Industrie- und Handelskammern möchten diese wichtigen Fragen im Rahmen des Zukunftsforums Berufliche Orientierung Hessen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Schule, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren.

Datum: 17. Oktober 2022, ab 13 Uhr
Ort: IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
Zur Anmeldung gelangen Sie über folgenden Link: https://connfair.events/8pqjl6

Programm:

12:30 – Anmeldung
13:00 – Beginn/Begrüßung
13:20 – Einstiegs-Talk (u. a. mit Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller, Prof. Dr. Ralf Tenberg und Schulleiterin Barbara Jühe)
14:00 – Impro-Theater-Aufführung
14:15 – Keynote (Dr. Christian Lannert, TU Darmstadt)
14:45 – Pause mit Fingerfood zum Austausch
15:10 – Gruppenarbeit in Themenworkshops (Einwahl zu einem Thema):
  • „Berufliche Orientierung im Fachunterricht – wie passt das zusammen?“
  • „Gemeinsam zum Erfolg! – wie lässt sich die Kooperation Schule und Wirtschaft stärken?“
  • „Digitalisierung und Zukunftskompetenzen – wie entwickeln sich Berufsbilder und Anforderungen weiter?“
  • „Karrierebooster Ausbildung – wie lässt sich das Image der dualen Berufsausbildung verbessern?!“
  • „Berufliche Orientierung in der Lehrkräftebildung – welche Grundlagen sind entscheidend?“
16:10 – Präsentation der Workshop-Ergebnisse
16:30 – Kommentierung der Ergebnisse durch bildungspolitische Sprecher aus Landtagsfraktionen
17:00 – Abschluss durch Impro-Theater und Get-together

Elternabend der hessischen Wirtschaft zur Berufswahl

4. April 2022 – Gerade Eltern spielen bei der Berufswahl der Kinder eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund findet am 6. April ein digitaler Elternabend zur Berufsorientierung statt, organisiert von den vier hessischen Spitzenorganisationen der Wirtschaft, dem Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK), der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), der Arbeitsgemeinschaft hessischer Handwerkskammern und dem Verband Freier Berufe in Hessen.
Unter dem Titel „Berufsausbildung – warum jetzt?!“ erfahren Eltern und andere Interessierte, für wen sich eine duale Berufsausbildung eignet, was Ausbildungsunternehmen erwarten und wie eine duale Berufsausbildung abläuft. Sie hören von Experten aus Unternehmen und Wissenschaft, welche Chancen der derzeitige Ausbildungsmarkt bietet und welche vielfältigen Karriere- und Entwicklungsperspektiven die berufliche Bildung bietet. Auszubildende berichten aus erster Hand. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Landeselternbeirat statt.
Termin: 6. April, 19 Uhr, YouTube-Livestream via www.ihkfra.de/elternabend
„Corona und anderen Krisen zum Trotz bleibt der Fachkräftebedarf nach IHK-Umfragen groß“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung beim HIHK. „Wer jetzt über eine Ausbildung in den Arbeitsmarkt einsteigt, hat hervorragende Berufschancen. Unser Berufsorientierungs-Büro www.bso-hessen.de unterstützt Eltern, Schüler und Lehrer bei der Berufswahl.“

Für mehr Berufsorientierung: Wirtschaft wünscht Signal von Kultusminister Lorz

15. März 2022 - Hessens Betriebe wünschen sich wieder mehr Berufsorientierung. Jeder zweite Betrieb verzeichnet seit der Pandemie einen starken Rückgang bei Bewerbungen auf Ausbildungsplätze. Zwei Drittel der Unternehmen melden, dass gemeinsame Aktivitäten zur Berufsorientierung von Schulen zurückgefahren wurden. Das geht aus einer Umfrage des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) unter rund 380 Unternehmen hervor.
Die hessische Wirtschaft wünscht sich ein Signal von Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz: „Alle weiterführenden Schulen sollten die Berufsorientierung wieder vollumfänglich aufnehmen. Gerade bei den Abgangsklassen sollte das zweite Schulhalbjahr intensiv zur Vorbereitung auf den Berufsstart genutzt werden. Die Schulen brauchen ein Zeichen aus dem Kultusministerium, dass es trotz anstehender Prüfungen jetzt nicht nur um das Aufholen von Fachlehrplänen geht. Die Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt sind in diesem Jahr erneut sehr gut. Diese Botschaft brauchen die Jugendlichen. Dafür benötigen wir auch die Unterstützung der Lehrkräfte“, sagt Dr. Benedikt Porzelt, Federführer Berufliche Orientierung beim HIHK.
„Durch eine stärkere Kooperation von Schulen und Betrieben können wir Jugendliche erfolgreich bei der Berufswahl unterstützen. Die hessische Wirtschaft steht dafür als Partner bereit“, unterstreicht Porzelt. Neben Praktika und Berufsmessen regt der HIHK wieder mehr Veranstaltungen direkt in den Schulen und die Einbindung von beruflicher Orientierung in den Fachunterricht an. Gerade die naturwissenschaftlich-technischen Fächer könnten von Praxiseinblicken profitieren.
„Natürlich gab es durch Corona auch Einschränkungen der Berufsorientierung in den Betrieben. Für 36 Prozent machte der Infektionsschutz Aktivitäten vor Ort unmöglich, 35 Prozent beklagten fehlende Ressourcen, etwa weil Mitarbeiter im Home Office waren. Insgesamt hat die berufliche Orientierung aber für 77 Prozent der befragten Betriebe auch in Pandemiezeiten einen relevanten Stellenwert“, so Porzelt weiter.
Viele Betriebe hätten trotz der Einschränkungen weiterhin Praktika vor Ort angeboten. Dabei kamen auch Kurzpraktika zum Einsatz. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat auf eigene digitale Aktivitäten gesetzt und möchte dies zumindest vereinzelt fortsetzen. Die besten Erfahrungen haben die meisten Unternehmen aber nach wie vor mit Präsenzformaten gemacht.
Hintergrund: Der HIHK hat im Februar 2022 hessische Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu den Bedarfen und Forderungen zur schulischen beruflichen Orientierung befragt. Teilgenommen haben 378 Betriebe.
Mehr Informationen finden Sie in den beiliegenden Umfrageergebnissen.

Halbjahreszeugnisse in Hessen: IHKs rufen Schülerinnen und Schüler zu Bewerbungen auf

3. Februar 2022 - Anlässlich der Halbjahreszeugnisse rufen die hessischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) Jugendliche dazu auf, sich schon jetzt bei Unternehmen zu bewerben. Die Chancen in Hessen stehen gut: Es gibt mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Über 25.000 gemeldete Ausbildungsplätze stehen derzeit rund 19.000 gemeldeten Bewerbern gegenüber, so die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.
„Wir rufen alle Schülerinnen und Schüler dazu auf: Bewerbt Euch schon jetzt! Gerade die besonders begehrten Stellen werden früh vergeben. Allein im IHK-Bereich gibt es 250 verschiedene Ausbildungsberufe. Da ist für jeden etwas dabei“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung beim Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK). „Die duale Ausbildung bietet zukunftsfeste Berufe, gute Gehälter und viele Entwicklungsmöglichkeiten. Die Jugendlichen stehen früh auf eigenen finanziellen Beinen“, so Scheuerle weiter. Die duale Berufsausbildung sei genauso wertvoll wie ein akademischer Bildungsweg und das Rückgrat der Fachkräftesicherung, heißt es vom HIHK.
Die hessischen IHKs stehen bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen mit Rat und Tat zur Seite. So findet am 8. Februar in der IHK Frankfurt am Main ein Azubi Speed Dating in Präsenz statt. 55 Unternehmen und potenzielle Auszubildende kommen unter strengen Hygieneregelungen zusammen. Zur zeitgemäßen Ansprache junger Menschen unterstützen die hessischen IHKs auch das Projekt „Mach's wie wir“. Als Azubi-Influencer geben Auszubildende Einblicke in ihren Ausbildungs-Alltag. Mehr Infos unter: www.machs-wie-wir.de
Unter www.ihk-lehrstellenboerse.de können Jugendliche nach freien Lehrstellen in Hessen suchen. Wer wissen möchte, was die Unternehmen in seiner Nähe anbieten, geht über den Ausbildungsatlas unter www.hihk.de/ausbildung

Hessische Wirtschaftsorganisationen wollen Zusammenarbeit von Berufsschulen und Betrieben stärken

Machbarkeitsstudie für eine flächendeckende Digitalisierung der Lernort-Kooperation in Hessen

Gemeinsame Pressemitteilung von VhU, HESSENMETALL, HessenChemie, ARGE der Hessischen Handwerkskammern & HIHK
17. Januar 2022 – Die duale Berufsausbildung bleibt attraktiv, wenn sie sich regelmäßig den wandelnden Anforderungen der modernen Arbeitswelt anpasst und das Lernen von Theorie und Praxis optimal aufeinander abgestimmt sind. Die Digitalisierung in der Wirtschaft sowie die Pandemie haben eine stärkere digitale Zusammenarbeit zwischen den Lernorten Ausbildungsbetrieb und Berufsschule erforderlich gemacht. Dies betrifft im Besonderen den Kern der dualen Ausbildung, also die Verzahnung von Theorie und Praxis.
Derzeit werden in etlichen Projekten digitale Kooperationsformen erprobt, die hohen Handlungsdruck verdeutlichen, hauptsächlich aber in Insellösungen münden. Ein Ansatz zur flächendeckenden Digitalisierung der Lernort-Kooperation in Hessen ist nicht erkennbar.
Um dieser Situation zu begegnen, haben sich die Spitzen der Wirtschaft in Hessen zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Diesem gehören die Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Arbeitgeberverbände HESSENMETALL und HessenChemie, die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern (ARGE) sowie der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) an. Ziel des Konsortiums ist es, im Rahmen einer ergebnisoffenen Machbarkeitsstudie den tatsächlichen Bedarf der an der Lernort-Kooperation beteiligten Akteure zu erfassen sowie bereits praktizierte Lösungen und deren gezielte Verknüpfung zu spezifizieren. Daraus sollen möglichst effiziente Umsetzungsszenarien für eine flächendeckende Digitalisierung der Lernort-Kooperation in Hessen abgeleitet werden.
Als weiteres Mitglied des Konsortiums fungiert die Goethe-Universität Frankfurt a. M., vertreten durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), die die Studie wissenschaftlich fundiert ausführt.
Inhaltlich baut die Machbarkeitsstudie auf den einschlägigen Projekten digitaler Lernort-Kooperationen auf und nimmt eine wissenschaftlich fundierte Meta-Analyse vor, um daraus praxistaugliche Eckpunkte eines Konzepts, mögliche Umsetzungsszenarien sowie deren jeweilige Voraussetzungen und Vor- und Nachteile zu spezifizieren.
Die Machbarkeitsstudie wird vom Januar bis Dezember 2022 durchgeführt. Die Befunde sollen nach deren Abschluss als Grundlage für die Digitalisierung der Lernort-Kooperation in Hessen verwendet werden können. Das Vorhaben wird durch die Projektbeteiligten finanziert und aus Mitteln des Förderprogramms Distr@l der Hessischen Staatskanzlei im Bereich der Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung gefördert.
Hintergrund: Mit digitaler Lernortkooperation sind Kommunikations- und Lernplattformen gemeint, die von Lehrenden, Ausbildern und Auszubildenden gemeinsam genutzt werden. Die Betriebe unterstützen die Schulen dabei, mehr Praxisbezug herzustellen. Die Schulen wiederum helfen den Betrieben mit leicht verfügbarem Theoriebezug. Die Auszubildenden profitieren von der digitalen Verzahnung der Lerninhalte in einem modernen, motivierenden Lernumfeld. Zusammen werden Lerneinheiten und Kurse mit digitalen Werkzeugen erarbeitet. So können etwa individuelle Lernvideos und -podcasts entstehen, aber auch interaktive Mindmaps, multimediale Portfolios, Wikis und Glossare. Je nach Funktionalität können hier auch Evaluation und Feedback stattfinden. Die Lernplattformen können theoretisch auch mehrere Schulen, Unternehmen, Standorte umfassen.

550 Geflüchtete beginnen Ausbildung bei hessischen IHK-Unternehmen

16. Dezember 2021

550 Geflüchtete beginnen derzeit in hessischen IHK-Unternehmen eine duale Ausbildung. In allen Berufen in Hessen sind es 880. Die größte Gruppe unter diesen Auszubildenden sind Menschen aus Syrien und Afghanistan, gefolgt von Menschen aus dem Iran und aus Eritrea. Die meisten Ausbildungen im IHK-Bereich absolvieren Geflüchtete in Hessen im Einzelhandel, Gastgewerbe und Büromanagement.
„Ich bin stolz, dass die hessischen IHK-Unternehmen im neuen Ausbildungsjahr die stärksten Ausbilder junger Menschen mit Fluchthintergrund sind. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Integration. Die Betriebe schätzen diese jungen Männer und Frauen als wissbegierige, engagierte Mitarbeiter“, so Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK). Ohne die Integration von Geflüchteten und die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte sei der Fachkräftemangel in Hessens Wirtschaft kaum zu bewältigen. In manchen Fällen könne auch die Einstiegsqualifizierung, also ein sozialversicherungspflichtiges betriebliches Langzeitpraktikum, eine Brücke in die Berufsausbildung sein.
„Die Praxis zeigt aber auch: Vielfach stehen enorme bürokratische Hürden einer Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten im Wege. Hier wird den Geflohenen und den Unternehmen viel abverlangt. Wir begrüßen, dass die neue Bundesregierung Verbesserungen angekündigt hat. Hessens Wirtschaft ist gerne bereit, noch mehr für die Integration Geflüchteter zu tun.“

Reform der Lehrkräfteausbildung: Wirtschaft begrüßt Weiterentwicklung

14. Dezember 2021

Zur ersten Lesung des neuen Lehrkräftebildungsgesetzes der Landesregierung im Hessischen Landtag äußert sich Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Hessens Wirtschaft begrüßt ausdrücklich, dass berufliche Orientierung und Digitalisierung verbindliche Bestandteile der Lehrkräftebildung werden sollen. Das stärkt den Praxisbezug im Studium, im Vorbereitungsdienst und in der Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer.
Offen bleibt noch, wie eine regelmäßige Teilnahme aller Lehrkräfte an Fortbildungsangeboten sichergestellt werden kann. Durch unseren Austausch mit Schulen wissen wir, dass die Qualifizierung des Kollegiums bisher stark vom persönlichen Engagement einzelner Lehrkräfte oder der Schulleitung abhängt. Gerade bei beruflicher Orientierung und Digitalisierung ist aber aktuelles Know-how unerlässlich. Erst dann können Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler optimal auf den Übergang in die Arbeitswelt vorbereiten. Die Teilnahme an Fortbildungen sollte daher noch stärker gefördert werden. Wir empfehlen regelmäßige Praxiseinblicke für Lehrkräfte, etwa kurze Betriebspraktika, um das Wissen über den Arbeits- und Ausbildungsmarkt aktuell zu halten. Die hessischen IHKs unterstützen die berufliche Orientierung an Schulen bereits durch akkreditierte Lehrkräftefortbildungen zu wirtschaftsrelevanten Themen.
Es ist gut, dass ein Quereinstieg ins Lehramt einfacher wird. Besonders in den für die Wirtschaft relevanten MINT-Fächern und im Lehramt an beruflichen Schulen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Ausgestattet mit pädagogischem Rüstzeug können Quereinsteiger sehr wertvolle Praxiserfahrungen in den Schulalltag einbringen.“

Landes- und Bundesbeste: Hessens beste Azubis in IHK-Berufen

16. November 2021

Hessens beste IHK-Auszubildende des Jahres stehen fest: 96 Azubis haben sich unter mehr als 22.000 Prüfungsabsolventen durchgesetzt. Sie sind die Besten ihres jeweiligen Ausbildungsberufs in Hessen. 19 Auszubildende aus Hessen sind sogar Bundesbeste geworden.
„Die duale Ausbildung ist genauso wertvoll wie ein akademischer Bildungsweg. Diese jungen Frauen und Männer sind der Beweis, dass auch in der beruflichen Bildung Spitzenleistungen erbracht werden. Wir gratulieren den Auszubildenden herzlich zu ihren herausragenden Leistungen. Wir sind stolz auf diese zielstrebigen jungen Leute, denen alle Türen für gute Karrieren offenstehen - auch an den Hochschulen und Universitäten“, sagte Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
Die Azubis wurden oder werden in den kommenden Wochen ausgezeichnet und erhalten Ehrenurkunden der hessischen Industrie- und Handelskammern. Die Unternehmen, bei denen die besten Azubis ausgebildet wurden, bekommen ebenfalls eine Auszeichnung. „Die Betriebe können stolz sein auf ihre hervorragende Arbeit in der Nachwuchsentwicklung. Die Entscheidung für eine Ausbildung junger Menschen ist eine Investition in die Zukunft – auch für die Betriebe selbst. Wer ausbildet, hat die beste Antwort auf den Fachkräftemangel“, so Flammer weiter.
„Hessens Ausbildungsbetriebe engagieren sich damit auch für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Hessen. Denn heimatnahe Ausbildung hält junge Menschen vor Ort und legt das Fundament für eine gesicherte berufliche und persönliche Zukunft“, so HIHK-Präsident Flammer abschließend.
Um für eine hohe Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu sorgen, findet die duale Berufsausbildung nach bundesweit einheitlichen Regeln statt. Daher messen sich jedes Jahr mehrere hunderttausend junge Menschen in bundesweit einheitlichen schriftlichen Abschlussprüfungen.

Hessens Beste der IHK-Ausbildungsberufe entnehmen Sie bitte der beigefügten Tabelle. Für etwaige Anfragen nach Porträts wenden Sie sich bitte an die regionalen Industrie- und Handelskammern. Transparenz über die Durchschnittsnoten in den jeweiligen Berufen in der Region, in Hessen und ganz Deutschland erhalten Sie in der Prüfungsergebnis-Statistik, die die hessischen IHKs jeweils auf ihren Websites veröffentlichen.

16 Schulen erhalten Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen

Ausgezeichnete Vorbereitung auf die Zeit nach der Schule

4. November 2021 – Für ihre Arbeit zur Vorbereitung auf Beruf und Studium haben heute 16 Schulen das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“ erhalten. Vier Schulen erhalten das Siegel als Erstzertifizierung, fünf werden zum ersten Mal, sieben zum zweiten Mal rezertifiziert. Damit tragen aktuell 118 Schulen das Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen. Die feierliche Auszeichnung fand virtuell statt und stand unter der Schirmherrschaft des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
HIHK-Präsident Eberhard Flammer gratulierte den ausgezeichneten Schulen und betonte die Bedeutung der Beruflichen Orientierung: „Es kann gar nicht genug Berufliche Orientierung an hessischen Schulen geben. Das Gütesiegel signalisiert Schülern und Eltern: Diese Schule gibt im besten Sinne Orientierung. Sie zeigt ihren Schülerinnen und Schülern, wie attraktiv Beruf und Studium sein können und was für ein erfolgreiches Durchstarten nach der Schule notwendig ist. Hessens Wirtschaft ist dabei das Bewusstsein für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung wichtig. Wir werben fortlaufend um Nachwuchs für die duale Ausbildung und auch das duale Studium. Bis 2035 könnten in Hessen zusammengerechnet 495.000 Fachkräfte fehlen, vor allem beruflich Qualifizierte. Deshalb leisten Hessens Schulen mit praxisnaher Beruflicher Orientierung einen großen Beitrag zur Sicherung von Fachkräften und Wohlstand in Hessen.“
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hob den Stellenwert des Gütesiegels als Auszeichnung für die Schulen hervor, die sich gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern in ganz besonderer Weise der Aufgabe verschrieben haben, Schülerinnen und Schülern den Weg in die berufliche und akademische Zukunft zu ebnen. Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass Schülerinnen und Schüler zukünftig wieder die Möglichkeit haben, wichtige Erfahrungen und Eindrücke in der direkten Begegnung mit der Arbeitswelt zu gewinnen. „Die vergleichsweise geringe Anzahl an Schulen im Programm zeigt, dass das Siegel alles andere als leichtfertig vergeben wird und für ein hohes Maß an Qualität steht“, konstatierte Lorz.
Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann betonte in seinem Video-Grußwort: „Es ist gerade in diesen Zeiten wichtig, unsere Jugendlichen auf die Berufs- und Arbeitswelt vorzubereiten. Die erste Berufswahl ist nicht immer eine leichte Entscheidung. Die Vielzahl der beruflichen Möglichkeiten, lebenslanges Lernen, Digitalisierung und insbesondere Corona stellen die jungen Menschen vor große Aufgaben, die sie alleine oft kaum bewältigen können. Die Erfahrungen der vergangenen Monate, in denen eine persönliche Kontaktaufnahme zwischen Unternehmen und Jugendlichen oft schwierig bzw. nicht möglich war, zeigen die Bedeutung einer intensiven Beruflichen Orientierung für die Jugendlichen. Wir wollen, dass jede und jeder Jugendliche den passenden Ausbildungsplatz findet.“
Hintergrund
Das Gütesiegel ist zu Beginn des Schuljahres 2010/11 in Hessen eingeführt worden. Es wird an Schulen vergeben, die eine vorbildliche Berufliche Orientierung mit Förderung der Ausbildungsreife nach den OloV-Qualitätsstandards gestalten und umsetzen. In Schulen mit gymnasialer Oberstufe und an Beruflichen Gymnasien wird zudem auch die Studienorientierung bewertet. Das Zertifizierungsverfahren läuft vollständig digital ab. Hessen ist mit der Datenbank zum Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung bundesweit Vorreiter.
Unterstützt wird das Gütesiegel durch folgende Institutionen: Hessisches Kultusministerium, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Hessischer Industrie- und Handelskammertag (HIHK), SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.
Schulen
Das Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen wird für das Zertifizierungsverfahren 2020/2021 an folgende Schulen verliehen:

Erstzertifizierung
Fulda
Richard-Müller-Schule (BGYM)
Fulda
Südhessen
Friedrich-Ebert-Schule (KGS)
Pfungstadt
Wiesbaden-Rheingau-Taunus
Erich-Kästner-Schule (HR)
Wiesbaden
Integrierte Gesamtschule Kastellstraße (IGS)
Wiesbaden

Erste Rezertifizierung
Nordhessen
Brüder-Grimm-Gesamtschule (IGS)
Bebra
Jakob-Grimm-Schule (KGS)
Rotenburg an der Fulda
Mittelhessen
Sinbergschule Wölfersheim (KGS)
Wölfersheim
Südhessen
Albert-Einstein-Schule (KGS)
Groß-Bieberau
Wiesbaden-Rheingau-Taunus
Erich Kästner-Schule (FS)
Idstein

Zweite Rezertifizierung
Osthessen
IGS Lindenfeld (IGS)
Offenbach am Main
Philipp-Reis-Schule (H)
Gelnhausen
Rhein-Main-Taunus
Charles-Hallgarten-Schule (FS)
Frankfurt am Main
Hostatoschule (H)
Frankfurt am Main
Schule am Sommerhoffpark (FS)
Frankfurt am Main
Wiesbaden-Rheingau-Taunus
Internatsschule Schloss Hansenberg (GOS)
Geisenheim
Janusz-Korczak-Schule (FS)
Bad Schwalbach
Abkürzungen:
FS Förderschule
GH Grund- und Hauptschule
GHF Grund-, Hauptschule mit Förderstufe
GHR Grund-, Haupt- und Realschule
GHRF Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe
GOS Gymnasiale Oberstufe (Oberstufengymnasium)
GYM Gymnasium

BGYM
H
HR
HRF
IGS
KGS
MSS
R

Berufliches Gymnasium
Hauptschule
Haupt- und Realschule
Haupt- und Realschule mit Förderstufe
Integrierte Gesamtschule
Kooperative Gesamtschule
Mittelstufenschule
Realschule

Duale Berufsausbildung in Hessen

Gründe für eine duale Berufsausbildung in Hessen

Schnell auf eigenen Beinen stehen: Auszubildende erhalten in der dualen Berufsausbildung von Anfang an eine Ausbildungsvergütung, die zudem jährlich ansteigt. Das gibt eine gute Basis, um erfolgreich ins Erwachsenenleben zu starten. Auszubildende sind wesentlich früher finanziell unabhängiger als Akademiker, viele können deutlich eher an Familiengründung und Wohneigentum denken. Durch gezielte Weiterbildungen können viele Absolventen der beruflichen Bildung Akademiker beim Lebensgehalt „überholen“.
Der Anfang für vielfältige Karrierewege: Ob Weiterbildung, Fachwirt- bzw. Meisterprüfung oder Studium – nach dem Abschluss der dualen Berufsausbildung eröffnen sich attraktive Wege der beruflichen Weiterentwicklung.
Sicherheit: Eine duale Berufsausbildung in Hessen legt das Fundament für eine gesicherte berufliche Zukunft. Jedes Jahr bieten Unternehmen hessenweit rund 35.000 Ausbildungsstellen an. Interessierte können aus über 300 verschiedenen Ausbildungsberufen wählen. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen gut, es gibt insgesamt mehr Angebote als Bewerber. Hessen verfügt über einen vielfältigen Branchenmix. Zahlreiche Weltmarktführer, Familienunternehmen sowie viele Klein- und Mittelständler sind hier ansässig. Eine Ausbildung in Hessen bietet eine hohe Arbeitsplatzsicherheit.
Praxis statt Theorie: Zwei Drittel der Ausbildung erfolgen im Unternehmen. Neben wertvollen Fachkompetenzen erlernen Azubis wichtige soziale Kompetenzen. Alles zusammen erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglicht einen schnellen Berufseinstieg.
Lernen in vertrauter Umgebung: Vielen Jugendlichen ist eine Ausbildung in der Nähe von Freunden und Familie wichtig.

Hessischer Azubi-Atlas

Der Hessische Azubi-Atlas präsentiert die bei den zehn hessischen IHKs registrierten Ausbildungsbetriebe mit ihrem vielfältigen Spektrum von Ausbildungsberufen. Gleichzeitig zeigt er die aktuellen Lehrstellenangebote der IHK-Lehrstellenbörse für ganz Hessen und verlinkt zu den jeweiligen Angebotsseiten.

Nutzen Sie auch die Filterfunktionen, die Infos, den Vollbildmodus und die Zoomfunktionen.


Für Unternehmen, die einen Ausbildungsplatz anbieten wollen: Hier geht es zur >> IHK-Lehrstellenbörse.

Ansprechpartner

Ihre IHK-Ansprechpartner für weitere Informationen rund um die duale Berufsausbildung:
Hessische IHKs
Links zu Ansprechpartnern
IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
Für die Stadt Darmstadt und die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwaldkreis
IHK Frankfurt am Main
Für die Stadt Frankfurt und die Landkreise Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis
IHK Fulda
Für den Landkreis Fulda
IHK Gießen-Friedberg
Für die Gießen, Vogelsberg und Wetterau
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
Für den Main-Kinzig-Kreis
IHK Kassel-Marburg
Für die Stadt Kassel und die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner sowie die Region Marburg
IHK Lahn-Dill
Für den Lahn-Dill-Kreis, den Altkreis Biedenkopf sowie die Gemeinden Biebertal und Wettenberg
IHK Limburg
Für den Landkreis Limburg-Weilburg
IHK Offenbach am Main
Für die Stadt Offenbach und den Landkreis Offenbach
IHK Wiesbaden
Für die Landeshauptstadt Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis

Ausbildungsmarkt in Hessen: Unternehmen stellen weiter Azubis ein

31. August 2021

Anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen zum Ausbildungsmarkt äußert sich Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Hessens Wirtschaft sucht weiter händeringend nach Nachwuchs. Die Chancen auf einen kurzfristigen Ausbildungsbeginn stehen gut: Bei vielen IHK-Unternehmen ist ein Start ins begonnene Ausbildungsjahr noch bis in den Dezember möglich, in der Stadt wie auf dem Land.
Es mangelt nicht an Lehrstellen, sondern an Bewerberinnen und Bewerbern für die duale Ausbildung. Das macht uns Sorgen und liegt an pandemiebedingt weniger Berufsorientierung in den Schulen, der verbreiteten Studierneigung und vor allem an der Demografie. Es gehen einfach mehr Menschen in Rente als wir neu ausbilden können. Jahr für Jahr bleiben so hunderte Lehrstellen in Hessen unbesetzt. Dem müssen wir etwas entgegensetzen, bevor es zu einer Gefahr für Wertschöpfung und Wohlstand in Hessen wird. Für eine Trendwende braucht es stärkere Bildungsbemühungen im MINT-Bereich, mehr schulische Berufsorientierung und ein verbreitetes Bewusstsein für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.
Hessens Betriebe gehen trotz allem mit Optimismus und Tatkraft ins neue Ausbildungsjahr. Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen bleibt hoch: Über 54.200 Jugendliche absolvieren in Hessen derzeit eine Berufsausbildung bei IHK-Unternehmen. Diese jungen Menschen erlernen zukunftsfeste Berufe, erhalten gute Gehälter und haben viele Entwicklungsmöglichkeiten. Erfolgserlebnisse bei der praktischen Arbeit und das Stehen auf eigenen finanziellen Beinen geben ihnen Motivation und Antrieb.“
Die hessischen IHKs stehen bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen mit Rat und Tat zur Seite. Einige IHKs in Hessen bieten aktuell Azubi-Speed-Datings oder Ausbildungsmessen an. Unter www.ihk-lehrstellenboerse.de können Jugendliche nach freien Lehrstellen in Hessen suchen. Wer wissen möchte, was die Unternehmen in seiner Nähe anbieten, geht über den Ausbildungsatlas unter www.hihk.de/ausbildung Wer ein vielversprechendes Angebot gefunden hat, sollte sich schnellstmöglich bewerben.

Hessenweite Eltern-Beratungs-Aktion am 22. April 2021

IHK-Angebote für Eltern: Jugendliche beim Berufsstart unterstützen

Die hessischen Industrie- und Handelskammern unterstützen Eltern bei Fragen rund um die berufliche Orientierung und den Berufsstart ihrer Kinder. Die Angebote richten sich an alle, die noch nicht wissen, wie es nach der Schule weitergeht und welche Möglichkeiten es auch kurzfristig noch gibt, um erfolgreich in die Ausbildung zu starten.
Der Schulabschluss Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter ist in Sicht oder sogar schon in der Tasche, aber wie es danach weitergehen soll, ist noch unklar? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Über die unten angefügten Verlinkungen gelangen Sie direkt zu den IHK-Angeboten in Ihrer Region. Denn trotz der aktuellen Corona-Turbulenzen stehen Ihrem Kind noch immer vielfältige Karrierewege offen. Nutzen Sie deshalb die Chance, sich aus erster Hand über die aktuellen Chancen und Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt informieren zu lassen.
Einen Überblick zu den zentralen Vorteilen einer dualen Ausbildung finden Sie zudem in unserem neuen Elternratgeber, den Sie hier (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 199 KB) herunterladen können.

Aktionen rund um den 22. April 2021:

Digitaler Elterntalk: Ausbildung in Zeiten von Corona – Eine gute Idee?
IHK Frankfurt am Main
22. April 2021 um 19 Uhr
Zur Anmeldung
digiTALK: Eltern als "Zukunftsplaner" - nützliche Tipps und Informationen rund um das Thema Berufswahl
IHK Wiesbaden
22. April 2021 um 18 Uhr
Zur Teilnahme an der Veranstaltung benötigen Sie einen Laptop, Tablet oder Smartphone, da die Veranstaltung online via Microsoft Teams stattfindet (eine vorherige Registrierung ist nicht nötig). Zum Start des Meetings geht es hier. Oder per Telefon: (nur Audio): +49 69 667737787, Telefonkonferenz-ID: 618 466 282#
Online-Seminar für Eltern: Was bietet mir mein Schulabschluss?
IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
28. April 2021 um 18 Uhr
Zur Anmeldung
Digitaler Elterninformationsabend - wie der Einstieg in die Arbeitswelt gelingt
IHK Limburg
22. April 2021 ab 16:30 Uhr
Zur Anmeldung
Berufsorientierung: IHK-Navigation für Eltern
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern & IHK Offenbach am Main
22. April 2021 um 17 Uhr
Zur Anmeldung [leider bereits ausgebucht]
Darüber hinaus bieten alle hessischen IHKs Beratungen, Sprechstunden oder Leitfäden für Eltern an. Die jeweiligen Ansprechpartner und Informationsangebote finden Sie hier:
Hessische IHKs
Links zu Ansprechpartnern
IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
Für die Stadt Darmstadt und die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwaldkreis
IHK Frankfurt am Main
Für die Stadt Frankfurt und die Landkreise Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis
IHK Fulda
Für den Landkreis Fulda
IHK Gießen-Friedberg
Für die Gießen, Vogelsberg und Wetterau
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
Für den Main-Kinzig-Kreis
IHK Kassel-Marburg
Für die Stadt Kassel und die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner sowie die Region Marburg
IHK Lahn-Dill
Für den Lahn-Dill-Kreis, den Altkreis Biedenkopf sowie die Gemeinden Biebertal und Wettenberg
IHK Limburg
Für den Landkreis Limburg-Weilburg
IHK Offenbach am Main
Für die Stadt Offenbach und den Landkreis Offenbach
IHK Wiesbaden
Für die Landeshauptstadt Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis
Auch über den 22. April hinaus können sich Eltern an die zuständige IHK in ihrer Region wenden und sich zum Thema Berufswahl beraten lassen.

Wirtschaftsminister Al-Wazir besucht Auszubildende im Gastgewerbe

22. März 2021

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat sich heute in Wiesbaden über Praxiskurse für Auszubildende im Gastgewerbe informiert. Hessenweit erlernen dabei rund 600 Auszubildende aus Hotellerie und Gastronomie praktische Kenntnisse. Während aufgrund der Corona-Krise viele Ausbildungsbetriebe seit Monaten geschlossen sind, stehen sie kurz vor ihrer IHK-Abschlussprüfung. Organisiert werden die dreiwöchigen Kurse vom DEHOGA Hessen mit Unterstützung der hessischen Industrie- und Handelskammern.
„Es darf keine verlorene Generation Corona entstehen – das ist das gemeinsame Ziel aller, die mit der Berufsausbildung zu tun haben. Dehoga und HIHK haben in einer beeindruckenden Initiative die Vorbereitungskurse organisiert, und ich freue mich, dass wir das mit 930.000 Euro finanzieren können. Die Landesregierung leistet ihren Beitrag, um die Qualität der Berufsausbildung auch unter den Bedingungen der Pandemie aufrechtzuerhalten. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Neuen Hessenplans“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.
„Es ist nun über ein Jahr her, dass unsere gesamte Branche in den Lockdown gehen musste. Zwischenzeitliche Öffnungen im vergangenen Sommer versprachen Hoffnung, hielten sie aber nicht. Und für die jungen Auszubildenden, die voller Erwartungen und Freude ihren beruflichen Weg in einer spannenden Branche eingeschlagen haben, war dieser Weg plötzlich versperrt.“, führt Gerald Kink, Präsident des DEHOGA Hessen aus. „Wir sind überaus dankbar, dass wir gemeinsam mit den hessischen IHKn und der finanziellen Unterstützung des Landes Hessen die prüfungsvorbereitenden Praxislehrgänge für unsere angehenden Fachkräfte anbieten können. Denn manuelle „on-the-job“-Kompetenzen kann man nun mal nicht im Online-Seminar erlernen.“, betont der DEHOGA-Hessen-Präsident.
„Jeder zwölfte IHK-Auszubildende in Hessen arbeitet im Gastgewerbe. Durch das gemeinsame Programm können Auszubildende trotz aller Hürden ihre Berufspraxis vertiefen. Hessens Gastgewerbe kann sich auf hochwertig ausgebildete Fachkräfte verlassen. Sie werden gesucht und gebraucht. Denn Hessens Wirtschaft, und gerade das Gastgewerbe, hat trotz aller aktuellen Herausforderungen Zukunft“, sagte Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
Einer der sechzehn teilnehmenden Ausbildungsbetriebe ist das Mercure Hotel Wiesbaden City. Anlässlich des Besuches von Wirtschaftsminister Al-Wazir sagte Hoteldirektor Michael Mann: „Wir sehen die aktuelle Unsicherheit der jungen Menschen im Bereich der praktischen Ausbildung. Deshalb stehen wir den Auszubildenden gerne mit Rat und Tat zur Seite und teilen unser Fachwissen. Verkaufsgespräche, Zimmerkontrollen, Tranchieren von Fleisch, Vorlegen von Speisen, Erstellung von Menüs mit korrespondierenden Weinen. All das nehmen die Auszubildenen wissbegierig und dankbar an.“
Wenige Restplätze in den Kursen sind ab Ende März und im April noch frei. Interessierte können sich kurzfristig an den DEHOGA Hessen wenden.

Fit für die IHK-Prüfung trotz Corona

Neue IHK-Plattform mit kostenfreien E-Learning-Angeboten

17. März 2021 - Die hessischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) listen auf einer Onlineplattform kostenfreie E-Learning-Angebote zur Prüfungsvorbereitung auf. Damit unterstützen sie Auszubildende und Unternehmen bei der Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfungen, die derzeit durch Corona erschwert wird. Das Lernmaterial ist für alle kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufe verfügbar. Zum Start der Aktion werden die Angebote dreier Bildungsanbieter aufgelistet. Die Aktion gilt ab sofort bis zum 19. Mai 2021.
„Die Pandemie ist auch eine Herausforderung für die Prüfungsvorbereitung in der Ausbildung. In wenigen Wochen beginnt die heiße Phase der Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfungen im Sommer. Deshalb freuen wir uns, dass wir jetzt dieses gemeinsame, digitale Angebot machen können. Es hilft den Auszubildenden bei der Vorbereitung und auch den Betrieben, die sich trotz Corona für die Ausbildung von Fachkräften engagieren“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung beim HIHK.
Das Angebot ist verfügbar unter: www.ihk-pruefungsfit.de

15. Hessische IHK-Schulpreis-Verleihung

Wir laden Sie herzlich zur diesjährigen Verleihung des 15. Hessischen IHK-Schulpreises am 14. Juli 2021 von 14:00 bis ca. 16:00 Uhr ein! Die Preisverleihung findet im Terrassensaal des RheinMain CongressCenter in Wiesbaden statt.
Mit dem IHK-Schulpreis zeichnen die hessischen Industrie- und Handelskammern Schulprojekte aus dem ganzen Land aus, die eine frühzeitige und praxisnahe berufliche Orientierung fördern. Diesmal liegt der Fokus auf Projekten, die besonders das MINT-Interesse (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) bestärken.
Eine Jury aus Vertreter/innen der hessischen IHKs und der hessischen Wirtschaft hat aus den eingereichten Bewerbungen jeweils die besten Projekte für die Zielgruppen
  • Förder-/Hauptschüler/innen,
  • Realschüler/innen sowie
  • Gymnasiasten und Fachoberschüler/innen
ausgewählt.
Diese prämieren wir gemeinsam mit dem Hessischen Kultusminister, Prof. Dr. R. Alexander Lorz, und dem Präsidenten des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, Eberhard Flammer.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 28. Juni 2021 unter www.hihk.de/anmeldung-schulpreis

Berufsorientierung während Corona: Wirtschaft fordert von Land und Arbeitsagentur stärkere Bemühungen

16. März 2021

Zu Beginn der „Woche der Ausbildung“ fordert Hessens Wirtschaft die Landesregierung und die Bundesagentur für Arbeit dazu auf, sich stärker für Berufsorientierung einzusetzen. Der Rückgang bei Ausbildungsverträgen sei vor allem auf weniger staatliche Berufsorientierungsangebote zurückzuführen. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe bleibe hoch. Derzeit gebe es deutlich mehr Stellen als Bewerber. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hessischer Wirtschaftsorganisationen hervor, an der sich die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK), die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern sowie der Verband Freier Berufe in Hessen beteiligt haben.
Die Berufsorientierung in hessischen Schulen und die Berufsberatung der Arbeitsagenturen hätten im vergangenen Jahr nur sehr eingeschränkt stattgefunden. Digitale Angebote zur Berufsorientierung, die auch von vielen Unternehmen angeboten werden, könnten das nur begrenzt kompensieren. Die gesetzliche Aufgabe der Berufsorientierung müsse durch die Arbeitsagenturen an den Schulen und durch die Schulen selbst erfolgen. Nur so erreiche man alle, heißt es von den Organisationen der Wirtschaft. Ziel müsse es sein, dass jeder Schulabgänger die Schule mit einer Perspektive verlasse. Besonders wichtig sei dafür die regelmäßige Ansprache der Absolventen der Abschlussklassen an den weiterführenden Schulen, aber auch der Eltern, Lehrer und Schulleitungen. Um eine weitere Delle bei den Ausbildungszahlen zu verhindern, brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung bei der Berufsorientierung. Die „Woche der Ausbildung“ könne hierbei ein gutes Startsignal aussenden. Die Wirtschaftsorganisationen beteiligen sich in den kommenden Wochen mit Ausbildungsplatzbörsen, Veranstaltungen und eigenen Beratungsangeboten.
VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert betont: „Uns ist eine Botschaft an alle Jugendlichen wichtig: Investiert in Eure Zukunft und macht eine Ausbildung. Die Chancen sind sehr gut, denn die Unternehmen in Hessen bieten aktuell über 25.000 offene Ausbildungsstellen an. Unternehmen, Verbände und Kammern tun alles, um mit zahlreichen digitalen Veranstaltungen und Infotools Orientierung zu geben, welche Berufe es gibt. Unsere Aktivitäten alleine können das, was in den Schulen an Berufsorientierung derzeit nur eingeschränkt angeboten wird, allerdings nicht eins zu eins kompensieren. Deshalb brauchen wir mehr externe Maßnahmen als in früheren Zeiten. Dafür ist ein Ideen- und Maßnahmenturbo notwendig und den kann das Land zünden. Wir schlagen einen unbürokratischen Innovationstopf vor, aus dem das Land mit überschaubaren finanziellen Zuschüssen Maßnahmen von externen Anbietern unterstützt.“
Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), sagt: „Die Ausbildungsmarktzahlen zeigen schon jetzt: Viele Lehrstellen könnten in diesem Jahr unbesetzt bleiben. Deshalb lautet die zentrale Frage: Wie wird aus einem Schulabgänger ein Bewerber für die duale Berufsausbildung? Wir fordern das Kultusministerium dazu auf, Eltern von Schulabgängern zur Berufswahl anzusprechen. Außerdem sollten die Berufsberater der Arbeitsagenturen mit jeder Schule in Hessen einen Berufswahlfahrplan erarbeiten. Dieser kann Eltern dabei helfen, ihre Kinder auf dem Weg zur Berufswahl zu unterstützen. Es gibt rund 350 verschiedene Ausbildungsberufe im dualen System. Da ist für jeden etwas dabei. Die duale Ausbildung bietet zukunftsfeste Berufe, gute Gehälter und viele Entwicklungsmöglichkeiten.“
Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, betont: „Die Berufsorientierung muss schnellstmöglich wieder den Status hoher Priorität in den Schulen erhalten. So fordern wir, dass die Durchführung von Betriebspraktika nach den Osterferien wieder den Normalstatus vor Weihnachten erhalten und nicht als Ausnahme, sondern als Regel gelten muss. Wir brauchen diese Möglichkeit, damit unsere Betriebe zukünftige Auszubildende kennenlernen können und umgekehrt junge Menschen erfahren, wie spannend und zukunftsorientiert eine Ausbildung ist. Berufsorientierungstage sind an allen weiterführenden Schulen bis zum Schuljahresbeginn verbindlich durchzuführen.“
Dr. Karin Hahne, Präsidentin des Verbands Freier Berufe in Hessen, hebt hervor: „Von der Landesregierung erwarten die Wirtschaftsorganisationen mehr medialen Einsatz für die duale Berufswahl. Die Imagekampagne ‚Von A zu B‘ muss dringend ausgeweitet und als zentrale Informationsplattform eingesetzt werden.“

Land fördert Praxiskurse für Auszubildende im Gastgewerbe

“Qualität der Ausbildung sichern”

28. Februar 2021 - Auszubildende im Gastgewerbe können in diesem Frühjahr kostenlose Vorbereitungskurse auf ihre IHK-Abschlussprüfung besuchen. Vermittelt werden insbesondere praktische Kenntnisse, da dieser Teil der Ausbildung in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht im üblichen Umfang stattfinden konnte. „Die Landesregierung wendet erhebliche Mittel auf, um die Qualität der Berufsausbildung auch unter den Bedingungen der Pandemie aufrechtzuerhalten“ sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Es darf keine verlorene Generation Corona entstehen. Gerade das Gastgewerbe leidet besonders unter den Folgen des Lockdowns.“ Das Land finanziert die Kurse mit 930.000 Euro aus dem Sondervermögen „Hessens gute Zukunft sichern“.
Das Angebot wendet sich vor allem an Auszubildende in den Berufen Köchin/Koch, Hotelfachfrau/-mann, Restaurantfachfrau/-mann und Fachkraft im Gastgewerbe. Die dreiwöchigen Lehrgänge finden ab März hessenweit in 16 Ausbildungsbetrieben statt, organisiert werden sie vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen (DEHOGA) mit Unterstützung der hessischen Industrie- und Handelskammern. Als Dozenten werden Ausbilder eingesetzt, deren Betriebe oftmals vom Corona-Lockdown betroffen sind. Rund 1.000 Auszubildende im hessischen Gastgewerbe stehen im Sommer vor der IHK-Abschlussprüfung.
„Unsere Betriebe und unser Nachwuchs haben es derzeit besonders schwer“, sagte Gerald Kink, Präsident des DEHOGA Hessen. „Wir wollen, dass unsere Auszubildenden direkt nach ihrer Prüfung ohne Einarbeitung eingesetzt werden können. Die Lehrgänge leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im hessischen Gastgewerbe.“ Auszubildende können an den Lehrgängen unabhängig von der DEHOGA-Mitgliedschaft ihres Ausbildungsbetriebs teilnehmen.
„In den Hotel- und Gastronomieberufen sind manuelle Fertigkeiten ein Kernbestandteil der beruflichen Praxis“, sagte Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK). „Die kann man nicht theoretisch erlernen, sie müssen geübt werden. Mit dem gemeinsamen Angebot von Land, Dehoga und IHKs stellen wir sicher, dass die Auszubildenden trotz aller Hürden ihr Ausbildungsziel vollumfänglich erreichen können.“
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Weiterführende Informationen gibt es hier und hier.

Infoveranstaltung Beruf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce

Melden Sie sich an zur kostenfreien Online-Veranstaltung am 4. März 2021, ab 15:00 Uhr

Im Zeichen der Digitalisierung: der neue Beruf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce. Die Pandemie hat es gezeigt: für viele Handels- und Dienstleistungsunternehmen ergeben sich mit der Digitalisierung neue Tätigkeitsfelder, Prozesse oder Geschäftsmodelle. Um auf dem Markt bestehen zu können, benötigen Sie gut ausgebildete und kompetente Fachkräfte. Hierfür gibt es seit kurzem den Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce.
Kaufleute im E-Commerce setzen sich in ihrer Ausbildung u.a. mit unterschiedlichen Vertriebskanälen, Waren- und Dienstleistungssortimenten, Online-Marketing oder Onlinewaren- oder -dienstleistungsverträgen auseinander. Die neue Ausbildung kann für Unternehmen in Frage kommen, die ihre Angebote - ausschließlich oder teilweise - online vertreiben, z. B. im Einzel- und Großhandel, Tourismus, Logistik und Mobilität oder Tourismus.

Programm

Ein neuer Beruf für viele Branchen: Kfm/Kfr. im E-Commerce Ausbildungsinhalte, gestreckte Prüfung, Aufstiegsfortbildung
Daniel Friedrich, IHK Frankfurt am Main
Erfahrungen von Ausbildungsunternehmen der ersten Stunde (Interview)
Roman Degenhardt, Schuhladen Bebra
Sybille Nolte, HSV Hessen Shop Vertriebs GmbH
Unterrichtsgestaltung für den neuen Beruf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce (Interview)
Ute Molden, Karl-Kübel-Schule, Bensheim
Anette Kammerzell-Schuchert, Modellschule Am Obersberg, Bad Hersfeld
Moderation: Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung, IHK Frankfurt am Main
Bis spätestens einen Tag vor Veranstaltungsbeginn erhalten Sie die Zugangsdaten per Mail.

Anmeldung

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Stockender Digitalpakt Schule: HIHK warnt vor Nachteilen für Hessens Schüler

28. Januar 2021

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) kritisiert die stockende Umsetzung des Digitalpakts Schule in Hessen. Von 500 Millionen Euro aus dem Digitalpakt seien bislang erst 10 Prozent bewilligt worden. Der HIHK sieht die Schulträger und die Landesregierung in der Verantwortung, die Digitalisierung an Hessens Schulen deutlich zu beschleunigen. Der Digitalpakt war im Mai 2019 in Kraft getreten und soll die digitale Bildungsinfrastruktur verbessern.
„Der Digitalpakt kommt in Hessen nicht voran. Das ist nach bald zwei Jahren unverständlich. Vor allem mit Blick auf den Handlungsdruck, den die Corona-Pandemie noch deutlich verstärkt hat. Es geht um die Bildungs- und Berufschancen hunderttausender Schülerinnen und Schüler in Hessen“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung beim HIHK. Für besseren digitalen Unterricht brauche es schnellstmöglich moderne Endgeräte, eine bessere Infrastruktur in den Schulen und professionellen IT-Support.
„Die schleppende Umsetzung in Hessen droht zu einem Standortnachteil zu werden. Andere Bundesländer sind bei der Bewilligung der Digitalpakt-Mittel viel weiter. Im Corona-Lockdown sehen wir jeden Tag, wie wichtig die Digitalisierung der Bildung ist. Sie wird die Pandemie überdauern und ist ein wesentlicher Faktor für die Zukunftsfähigkeit unseres Bildungssystems. Hierbei darf Hessen nicht abgehängt werden“, mahnt Scheuerle.
Prioritär sollte die Umsetzung in den Berufsschulen vorangetrieben werden, heißt es vom HIHK. Die Auszubildenden seien die ersten Schülerinnen und Schüler, die in die digitalisierte Arbeitswelt eintreten. Umfassend ausgebildeter Fachkräftenachwuchs sei für die hessische Wirtschaft entscheidend. Daher müssten Schulträger und Land auch während der Pandemie dafür sorgen, dass Berufsschulen Unterricht uneingeschränkt erteilen können. Die Lernziele sollten sowohl auf digitalem als auch analogem Wege erreicht werden können.

Woche der Nachvermittlung - noch freie Ausbildungsplätze

16. November 2020

Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche bekommen mit einer Nachvermittlungswoche die Chance, noch in diesem Jahr eine Stelle zu finden. Darauf haben sich die Partner des Bündnis Ausbildung Hessen verständigt. Auch die hessischen Industrie- und Handelskammern stehen mit Rat und Tat zur Seite. Sie bieten Hotlines, virtuelle Ausbildungsmessen und vieles mehr. Viele Aktionen laufen vom 16. bis 21. November, einige auch darüber hinaus.
„Corona ändert nichts daran, dass die duale Berufsausbildung einen chancenreichen Start in das Berufsleben bietet. Wir freuen uns über jeden jungen Menschen, der sich auch jetzt noch für eine duale Berufsausbildung entscheidet. Hessens Unternehmen haben trotz Corona Bedarf an Nachwuchskräften. Die hessischen IHKs beraten weiterhin jeden, der eine duale Berufsausbildung beginnen will", so Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
Mit folgenden Aktionen beteiligen sich die hessischen IHKs an der Woche der Nachvermittlung:
IHK
Aktion
Beschreibung
Ansprechpartner
IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
Beratung zu beruflichen Perspektiven
Beratung von Eltern und Jugendlichen zu Fragen rund um die berufliche Orientierung. Das Angebot richtet sich an alle, die noch nicht wissen, wie es nach der Schule weitergeht und welche Möglichkeiten es auch kurzfristig noch gibt - unabhängig von der Klassenstufe oder Schulform. Die Beratung findet derzeit ausschließlich per E-Mail, Telefon oder via Zoom statt.
Team Ausbildungsberatung
06151 871-1186
asd@darmstadt.ihk.de
IHK Frankfurt am Main
Hotline/persönliche Sprechstunde/digitale Sprechstunde für Ausbildungsplatzsuchende
Beratung (telefonisch, persönlich oder via WhatsApp) für Ausbildungsplatzsuchende, bei der Möglichkeiten aufgezeigt werden einen Ausbildungsplatz zu finden. Darüber hinaus erhalten die Ausbildungsplatzsuchenden Informationen und Tipps zur Bewerbung.
Sandra Bürger
069 21 97 1308
s.buerger@frankfurt-main.ihk.de
IHK Frankfurt am Main
Newsletter für Jugendliche und Eltern
Jugendliche und Eltern können sich mit ihrer E-Mail-Adresse anmelden und erhalten in regelmäßigen Abständen Informationen zu offene Ausbildungsplatzangeboten, Vermittlungsbörsen und Berufsorientierungsveranstaltungen.
Sandra Bürger
069 21 97 1308
s.buerger@frankfurt-main.ihk.de
IHK Fulda
Beratung von Schüler/innen über die Möglichkeiten des regionalen Ausbildungsmarktes
Verweisberatung hinsichtlich der verfügbaren Informationsquellen
Gewerblich-technische Ausbildungsberufe:
Armin Gerbeth
0661 284-32
gerbeth@fulda.ihk.de
Kfm. und kfm.-verwandte Ausbildungsberufe: Melanie Schäfer
0661 284-27
schaefer@fulda.ihk.de,
Michael Bien
0661 284-42
bien@fulda.ihk.de
IHK Gießen-Friedberg
Virtuelle Ausbildungsmesse
www.ihk-azubimesse.de - Virtuelle Ausbildungsmesse, deren Ziel es ist, ausbildungswillige Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen.
Dagmar Löthe
0641 7954-3110
loethe@giessen-friedberg.ihk.de
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
Info-Sammlung
Informationen zum Übergang Schule-Beruf finden sich auf der Website der IHK, z.B. hier
Siehe hier
IHK Kassel-Marburg
Beratungshotline
Eltern, Schüler und Unternehmen können sich gezielt beraten lassen. Die IHK stellt Kontakte her und zeigt erfolgreiche Wege auf.
Team Bildungsberatung
0561-7891-288
bildungsberatung@kassel.ihk.de
IHK Kassel-Marburg (im Kreis Schwalm-Eder)
Online-Ausbildungsmesse des Schwalm-Eder-Kreises
IHK Lahn-Dill
Virtuelle Ausbildungsmessen
www.ausbildung-lahndill.de - 2 Ausbildungsmessen (Wetzlar und Dautphetal)
IHK Lahn-Dill
Persönl. Beratungsgespräche und Telefonate
Beratung zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" und zu aktuellen Fördermöglichkeiten des Landes Hessen zur Gewinnung zusätzlicher Ausbildungsplätze
Axel Bäcker (für Unternehmen)
02771/842-1420
baecker@lahndill.ihk.de
Andrea Kraft (für SchülerInnen, Eltern)
06461 9595- 1490
kraft@lahndill.ihk.de
IHK Limburg
Azubi-Hotline für Schulabgänger
Antworten und Unterstützung bei allen Fragen rund um die duale Ausbildung, zu Bewerbung und Berufsfindung. Jeden Montag und Donnerstag, jeweils von 15:00 - 17:00 Uhr
Kaufmännische Ausbildungsberatung/kaufmännische Prüfungen
Annette Gericke
06431 210-153
a.gericke@limburg.ihk.de
Gewerbl.-techn. Ausbildungsberatung/kaufm. verwandte Prüfungen
Sabrina Schermuly
06431 210-155
s.schermuly@limburg.ihk.de
IHK Offenbach am Main
Online-Matching-Plattform
www.azubisuche-of.de - Plattform, auf der sich Jugendliche registrieren können, die einen Ausbildungsplatz suchen. Unternehmen können sich ebenfalls registrieren und Kontakt zu den registrierten Jugendlichen aufnehmen. In Kooperation mit OloV der Stadt Offenbach.
Jana Kühnl
069 8207341
kuehnl@offenbach.ihk.de
IHK Wiesbaden
Beratungs-Hotline
Beratungs-Hotline zur Berufsorientierung, täglich zwischen 14 und 17 Uhr.
Senay Kaya-Geisler
0611 1500-128
s.kaya-geisler@wiesbaden.ihk.de
Balint Sulko
0611 1500-131
b.sulko@wiesbaden.ihk.de
Freien Ausbildungsangebote finden sich in der Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern. Die gemeinsame Lehrstellenbörse der IHKs gibt es auch als App für Android und iOS-Geräte. Mit der App können Informationen zu Berufen oder interessanten Angeboten per Social Network, SMS oder E-Mail geteilt werden. Suchende können ein Suchprofil anlegen. Wenn es neue, passende Ausbildungsangebote gibt, werden sie per Nachricht aufs Smartphone benachrichtigt.
Mehr über Unterstützungsangebote für den Einstieg in die duale Ausbildung und über Ansprechpartner: Von A zu B.

Berufliche Weiterbildung zahlt sich aus

Der "Studier-Reflex"

Schulabschluss in der Tasche und dann? Erstmal studieren! So lautet die Antwort vieler junger Menschen, die vor der Wahl zwischen Studium und Ausbildung stehen. Dass der Trend immer stärker hin zum Studium geht, spiegelt der Arbeitsmarkt deutlich wider: Mehr als jeder fünfte Erwerbstätige hat heute an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie studiert. Denn, so die verbreitete Annahme: Akademikerinnen und Akademiker verdienen mehr Geld als Nicht-Akademiker.
Aber stimmt das wirklich? Nicht unbedingt. Am Ende ihres Erwerbslebens haben Akademiker und Personen mit einer abgeschlossenen Höheren Berufsbildung – also beispielsweise Meister, Fachwirte und Techniker – fast gleich viel verdient, nämlich rund 1,4 Millionen Euro brutto. Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen (IAW), die im Auftrag des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) erstellt wurde.

Akademische versus Berufliche Bildung: Die wichtigsten Fakten

Einstiegsgehälter von Akademikern variieren stark

In der Gruppe der Akademiker gibt es teils erhebliche Einkommensunterschiede: Erhält ein Ingenieur in Luft- und Raumfahrt ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von circa 5.800 Euro brutto, so hat ein Architekt zu Beginn seines Arbeitslebens im Schnitt lediglich 3.000 Euro brutto auf dem Gehaltszettel. Absolventen der Sozialpädagogik oder der Geisteswissenschaften müssen beim Arbeitseinkommen meist noch größere Abstriche machen.

Ausgebildete Fachkräfte verdienen oft besser als gedacht

Demgegenüber ist das Einstiegsgehalt von ausgebildeten Fachkräften oft höher, als man vielleicht meint: Bankkaufleute können nach ihrer Berufsausbildung mit einem Gehalt von bis zu 3.400 Euro brutto rechnen. Ebenso sind Arbeitskräfte in der Industrie sehr gefragt: Ein ausgelernter Industriemechaniker wird mit bis zu 2.500 Euro brutto monatlich entlohnt. Mit einem Abschluss in der Höheren Berufsbildung, wie beispielsweise zum Industriemeister, werden sogar monatliche Einstiegsgehälter in Höhe von bis zu 4.400 Euro brutto erzielt – natürlich stets abhängig von Branche und Betriebsgröße. Das klassische Vorurteil, dass Akademiker grundsätzlich mehr verdienen als Nicht-Akademiker, stimmt also nur bedingt.

Direkter Einstieg ins Berufsleben oft lukrativer

Der gute Verdienst von Ärzten und Ingenieuren hebt den Gehaltsdurchschnitt bei den akademisch Qualifizierten an. Absolventen anderer Studiengänge rangieren teils deutlich darunter. Eine berufliche Ausbildung kann also lukrativer sein als ein jahrelanges Studium. Das gilt insbesondere dann, wenn Hochschulabsolventen dazu gezwungen sind, unterhalb ihres Qualifikationsniveaus ins Berufsleben einzusteigen.
Perspektivisch dürfte sich das Einkommensgefüge sogar insgesamt zu Gunsten der beruflich Gebildeten verschieben, wenn der Trend zur Akademisierung weiterhin anhält – und gleichzeitig in vielen Branchen immer mehr Fachkräfte mit einem beruflichen Bildungsweg fehlen.
Das lässt sich vor allem anhand von Berufen im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik belegen: Im Herbst 2019 berechnete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine MINT-Arbeitskräftelücke von insgesamt 263.000 Personen, die zu rund zwei Dritteln im Segment der beruflich Qualifizierten verortet ist. Sie setzt sich zusammen aus 122.900 Personen in MINT-Facharbeiterberufen sowie 48.600 im Bereich der Spezialisten-/Meister-/Technikerberufe. Ihr gegenüber steht eine deutlich kleinere akademische MINT-Arbeitskräftelücke von 91.500 Personen.

Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht

Auch gesamtwirtschaftlich betrachtet herrscht der größte Fachkräftemangel im Bereich der beruflich Qualifizierten, wie der aktuelle DIHK-Arbeitsmarktreport (PDF, 1 MB) von 2019 zeigt: Knapp ein Viertel aller Unternehmen sucht erfolglos nach Kandidaten mit dualer Berufsausbildung; Fachwirte und Meister sind in knapp jedem fünften aller Unternehmen besonders gefragt.
Vor dem Hintergrund, dass Erwerbstätige mit einem solchen Abschluss nur einen recht geringen Anteil an allen Erwerbstätigen ausmachen und die jährliche Absolventenzahl im Vergleich zu Ausbildung und Studium merklich geringer ist, dokumentiert dieser Wert eine erhebliche Engpasssituation. Demgegenüber findet nur ein gutes Sechstel der Betriebe keine Fachkräfte mit akademischem Abschluss.

Berufliche Weiterbildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit

Der Blick auf die Fachkräftesituation in den Unternehmen zeigt: Auch beim Thema Jobchancen und Arbeitsplatzsicherheit haben Hochschulabsolventen nicht unbedingt die besseren Karten.
Im Jahr 2018 lag die Arbeitslosenquote von Akademikern bei 2,1 Prozent. Bei Fachkräften, die sich zum Meister- oder Techniker weiterqualifiziert haben, betrug die Arbeitslosenquote im Vergleichszeitraum hingegen lediglich 1,2 Prozent – und sank zudem dabei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozentpunkte.
Bemerkenswert ist auch die mittelfristige Veränderung: Während die Arbeitslosenquote von beruflich Höherqualifizierten zu Beginn der 2000er Jahre mit 6,3 Prozent noch die der Akademiker deutlich (um 1,3 Prozentpunkte) überstieg, hat sich das Verhältnis inzwischen zugunsten der beruflich Qualifizierten gedreht. Das zeigt: Eine duale Ausbildung mit anschließender Weiterbildung schützt besser vor Arbeitslosigkeit als ein Studium.
Wie auch beim Einkommen gibt es beim Thema Arbeitslosigkeit von Akademikern große Unterschiede: Die Arbeitslosenquote für studierte Werbe- und Marketingspezialisten wurde zuletzt mit 4,5 Prozent angegeben – aber lediglich 1,3 Prozent der Absolventinnen und Absolventen in der Human- und Zahnmedizin finden keine Beschäftigung, was die Quote insgesamt wieder senkt.
Hinzu kommt: Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung und anschließender Weiterbildung sind nicht nur seltener arbeitslos, sie bekommen auch leichter einen unbefristeten Vertrag.
Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lag der Befristungsanteil für Nicht-Akademiker mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung oder gleichwertigem Berufsfachschulabschluss bei 6,3 Prozent; für Absolventen einer Meister-/Technikerausbildung bei nur 5,3 Prozent.
Der Anteil der Akademiker (ohne Doktortitel) in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis rangierte indes mit 11 Prozent deutlich über diesen Werten.

Führungsverantwortung: Beruflich Qualifizierte geben häufig den Ton an

Für eine Beschäftigung mit Führungsverantwortung ist ein Hochschulabschluss keinesfalls Pflicht – im Gegenteil: Die Höhere Berufsbildung führt ihre Absolventen sogar häufiger in direkte Personalverantwortung: 47 Prozent der Fortbildungs-, aber nur 39 Prozent der Hochschulabsolventen bekleiden eine solche Position im Beruf.
Ebenso sind Meister oder Techniker gegenüber Kollegen öfter fachlich weisungsbefugt als Akademiker (80 versus 69 Prozent). Das heißt, gerade bei Fragen der konkreten betrieblichen Umsetzung geben beruflich Qualifizierte häufiger den Ton an als ihre Kollegen aus den Hochschulen. Sie finden die zugrundeliegene Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der DIHK-Bildungs-GmbH erstellt hat, hier zum Download:

Gute Karriereperspektiven auch für Meister, Techniker & Co.

Auch mit Blick auf ihre beruflichen Entwicklungschancen begegnen sich Meister oder Techniker aus der Weiterbildung und Bachelor-Absolventen von der Hochschule auf Augenhöhe: Insbesondere in Großunternehmen stehen beiden Absolventengruppen ähnlich vielfältige Möglichkeiten offen.
Fast neun von zehn Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern stufen die Karrierechancen der beiden Absolvententypen in kaufmännischen Berufsfeldern mindestens als "etwa gleich vielfältig" ein. Mehr noch: Fortbildungsabsolventen sind aus Sicht der Betriebe nicht so einfach durch Akademiker zu ersetzen: Unternehmenschefs schätzen Fortbildungsabsolventen als fachkundige Mitarbeiter, denen etwas öfter Tätigkeiten "exklusiv" vorbehalten sind als Akademikern.
Zu diesem Ergebnis kommt die von der DIHK-Bildungs-GmbH beauftragte IW-Köln-Studie "Karrierefaktor berufliche Fortbildung" (PDF, 1 MB)

Weitere Vorteile der Höheren Berufsbildung

Gut vorbereitet in den Job: Mit beruflicher Bildung gelingt es besser!

Bereits beim Übergang von Ausbildung und Studium in das Arbeitsleben kann die Berufliche Bildung klar punkten: Einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts respondi zufolge fühlen sich deutlich mehr Azubis als Hochschulabsolventen gut auf den Job vorbereitet: Knapp zwei Drittel (rund 60 Prozent) aus dieser Gruppe können beim Berufseinstieg von den hohen Praxisanteilen ihrer dualen Ausbildung profitieren, während sich Akademiker nur zu 34 Prozent gut bis sehr gut auf das Berufsleben vorbereitet fühlen; darunter insbesondere Berufstätige aus der Gesundheits- und Produktionsbranche.

Mehr Budget- und Personalverantwortung für berufliche Höherqualifzierte

Für zwei Drittel der Absolventen einer Höheren Berufsbildung hat diese Weiterbildung positive Effekte auf ihre berufliche Entwicklung (siehe auch DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018 (PDF, 530 KB)). Dieser Erfolg macht sich am häufigsten in einer höheren Position im Job mit größerem Verantwortungs- und Aufgabenbereich sowie in einer finanziellen Verbesserung bemerkbar.
Auch eine aktuelle Sonderauswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, dass Beschäftigte mit beruflicher Höherqualifizierung häufig Projekt-, Gruppen- oder Teamleitung (59 Prozent) innehaben beziehungsweise eigenständige Budgetverantwortung besitzen (37 Prozent). Sie üben zudem häufig eine Vorgesetztenfunktion aus (45 Prozent) und übernehmen dabei oftmals umfassende Mitarbeiterverantwortung.

Höhere Berufsbildung bringt Absolventen auch persönlich weiter

Auch persönlich bringt ein Abschluss der Höheren Berufsbildung die Fachkräfte weiter, wie die DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018 (PDF, 530 KB) zeigt: 85 Prozent der im Rahme der Studie abgefragten Absolventen stimmen dieser Aussage zu. Hier werden seitens der Befragten am häufigsten eine Erweiterung des Blickwinkels sowie ein verbessertes Verständnis genannt. Weitere positive Effekte, die alle Absolventen erfahren, sind die Steigerung des eigenen Reflexionsvermögens und eine Optimierung der kommunikativen Kompetenzen. Wie positiv die Umfrageteilnehmer die Angebote der Höheren Berufsbildung bewerten, zeigt sich auch daran, dass sich 85 Prozent von ihnen wieder für dieselbe Weiterbildung entscheiden würden; 58 Prozent wollen sich auch in Zukunft weiterbilden.

Fazit

Höchste Zeit also, gängige Vorurteile in Frage zu stellen. Der Karriereweg über die Berufliche – stärker praxisorientierte – Bildung ist für viele eine lohnende Alternative zum Studium. Das gilt für junge Menschen bei der Berufswahl ebenso wie für Unternehmen bei der Suche nach Talenten für eine gemeinsame Zukunft. Die deutsche Wirtschaft jedenfalls profitiert seit Jahrzehnten von der betriebsnahen Aus- und Weiterbildung.
Gesamtverdienst am Ende eines Erwerbslebens 1,4 Mio. €
Meister, Fachwirte & Co: Beruflich Qualifizierte haben fast ihr ganzes Erwerbsleben lang finanziell die Nase vorn

In den Urlaub fahren, ein Auto kaufen, eine Immobilie erwerben oder eine Familie gründen - für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung und anschließender Weiterbildung finanziell kein Problem.

Während viele Akademiker noch ihren Studienkredit abbezahlen müssen und erst mit Mitte 20 anfangen zu arbeiten, verfügen beruflich Qualifizierte, die direkt nach der Schule ins Erwerbsleben eingestiegen sind, bereits über einen deutlichen finanziellen Vorsprung. Vielen Hochschulabsolventen gelingt es erst mit circa 60 Jahren, diese Lücke zu schließen.

IHK-Fachkräftemonitor 2019

Der IHK-Fachkräftemonitor ist ein Instrument zur Analyse von Fachkräfteangebot und -nachfrage in Hessen, sowie in seinen Regionen und Branchen bis zum Jahr 2030. Der aktuelle IHK-Fachkräftemonitor steht unter www.fachkraefte-hessen.de kostenlos zur Verfügung.
Im IHK-Fachkräftereport sind wesentliche Daten des aktualisierten IHK-Fachkräftemonitors sowie Erkenntnisse aus Umfragen zu arbeitsmarktrelevanten Themen komprimiert zusammengefasst.


Berufliche Bildung in MINT stärken

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft erfordert mehr technische Fachkräfte. Besonders groß ist die Lücke bei Berufen, die spezielles Wissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) erfordern. Dabei geht es nicht nur um Ingenieure, Forscher und IT-Spezialisten, sondern vor allem um beruflich qualifizierte Fachkräfte. Demografische Entwicklung und Digitalisierung verschärfen diesen Engpass zusätzlich.

Nur leichte Entspannung beim MINT-Fachkräfteengpass

Während sich die Quoten der MINT-Absolventen unter den Akademikern insgesamt positiv entwickeln, gibt es immer weniger beruflich qualifizierten MINT-Fachkräftenachwuchs. Laut MINT-Frühjahrsreport 2019 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln fehlen aktuell mehr als 300.000 Fachkräfte. Das bedeutet zwar im Vergleich zum Vorjahr eine minimale Verbesserung, aber immer noch die zweitgrößte Besetzungslücke seit Beginn des Reports 2011.

Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung

Das berufliche und das akademische Bildungssystem in Deutschland sind traditionell wenig miteinander verbunden. Viele Menschen verbinden mit einem Studium nach wie vor die Erwartung an das Garantieversprechen „akademische Bildung gleich erfolgreiche Laufbahn und gutes Einkommen“. Doch die Realität in den Unternehmen zeigt, dass viele Karrieren mit einer Berufsausbildung beginnen und durch berufliche Weiterbildung bis in die Führungspositionen der Wirtschaft fortgesetzt werden.

Berufsorientierung an allen Schulformen stärken

Aufgrund des großen MINT-Fachkräftemangels suchen immer mehr Betriebe nach neuen Wegen in ihrem Personal- und Ausbildungsmanagement. Um den von der Wirtschaft dringend benötigten MINT-Fachkräftenachwuchs gewinnen zu können, bedarf es aber auch einer verstärkten Berufsorientierung in den letzten Schuljahren. Gerade Schülerinnen und Schüler an Gymnasien wissen zu wenig über die vielfältigen technischen Berufe im dualen Ausbildungssystem. Informationen über die Gleichwertigkeit Beruflicher und akademischer Bildung und die attraktiven Einkommens- und Karriereperspektiven sind wichtig für eine fundierte Entscheidungsfindung. Auch frühzeitige Projekte in Kitas und Schulen und ein praktisches Erleben von Berufen haben sich bewährt, um junge Menschen für MINT-Themen zu interessieren.

Geschlechterklischees aufbrechen: Mehr Frauen in MINT-Berufe

Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurden 2017 rund 174.000 duale Ausbildungsverträge in MINT-Ausbildungsberufen neu abgeschlossen. Mit gut elf Prozent war der Anteil der Frauen weiterhin sehr gering. Zu oft folgen Jugendliche auch heute noch überlieferten Geschlechterklischees und schränken damit ihre Berufs- beziehungsweise Studienwahl unnötig ein. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass Mädchen trotz gleicher Kompetenzen ihre Mathematik-Fähigkeiten bereits in der fünften Klasse niedriger einschätzen als Jungen. MINT-Fächer finden bei der Berufswahl in der Folge oftmals wenig Berücksichtigung.

Junge Menschen für Ausbildung in MINT-Berufen gewinnen

Als langjähriges Mitglied des Nationalen MINT Forums setzt sich der DIHK gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft dafür ein, die Grundbildung und das Interesse für MINT zu stärken. Denn die Betriebe in Deutschland brauchen MINT-Fachkräfte und sind in der Lage, sie selbst praxisnah auszubilden. Sie tun auch in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern viel dafür, junge Menschen für eine MINT-Berufsausbildung zu gewinnen.

Verbesserung der Lehrerbildung - wie die Berufliche Orientierung gestärkt wird

Lehrkräfte verantworten die Umsetzung einer erfolgreichen Beruflichen Orientierung im Unterrichtsalltag. Damit die Jugendlichen beim Übergang in die Berufswelt fachkundig und praxisnah begleitet werden können, bedarf es eines beständigen Austauschs mit der Wirtschafts- und Arbeitswelt.
Der HIHK macht Vorschläge zu einer Verbesserung der Lehrerbildung. Die Positionen decken drei Phasen ab: Das Lehramtsstudium, den Vorbereitungsdienst sowie Fortbildungen begleitend zur Lehrtätigkeit.
Forderungen im Überblick:
  • Berufliche Orientierung fächerübergreifend verankern
  • Mehr Ausbildung im Fach Arbeitslehre
  • Auf Digitalisierung im Unterricht vorbereiten
  • Quereinstiege erleichtern
  • Veränderung des Studiums für Berufsschullehrkräfte
  • Berufliche Orientierung und Digitalisierung auch im Vorbereitungsdienst verankern
  • Praxisbezug kontinuierlich auffrischen
  • Regelmäßige Fortbildung in den Bereichen Berufliche Orientierung und Digitalisierung sicherstellen und fördern
  • Entwicklung schulischer Qualifizierungskonzepte
Das vollständige Positionspapier mit allen Erläuterungen finden Sie hier (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 332 KB).
Stand: November 2019