Wirtschaft formuliert Lastenheft für neue Landesregierung

6. November 2018 - „Die Top-Themen der Betriebe sind alte Bekannte: die flächendeckende Breitbandversorgung, eine verstärkte Studien- und Berufsorientierung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und leistungsfähige Kommunen“, so Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, zu den Ergebnissen der aktuellen HIHK-Unternehmensbefragung über die Erwartungen der Wirtschaft an die Landespolitik.

Im Vorfeld der Landtagswahl hatte der HIHK die hessischen Unternehmen um die Benennung der wichtigsten wirtschaftspolitischen Handlungsfelder gebeten. Die Ergebnisse basieren auf den Rückmeldungen von rd. 2.600 Unternehmen aller Branchen, Größenklassen und Regionen Hessens und bilden damit einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes ab.
Von der künftigen Landesregierung fordert der HIHK, in den benannten Handlungsfeldern eine aktiv gestaltende Rolle einzunehmen. Konkrete Vorschläge für die einzelnen Themen hätte die Wirtschaft bereits formuliert, nun käme es auf den politischen Willen zur Umsetzung an.
Neben den Top-Nennungen, die für alle Wirtschaftszweige fast gleichermaßen relevant sind, hat der HIHK auch zwei branchenspezifische Themen identifiziert: Während Bauwirtschaft, Industrie und Logistikunternehmen dringenden Handlungsbedarf bei der Flächenverfügbarkeit für die Wirtschaft sehen, fordern Händler und Gastronomen eine rechtssichere Ausgestaltung der Sonntagsöffnung in Hessen.
„Für die Entwicklung der Wirtschaft sind passende Gewerbe-, Industrie- und Logistikflächen am richtigen Standort entscheidend. Dafür braucht es eine strategische Flächenplanung und auch den Schutz der Unternehmen durch Planungsinstrumente, um absehbaren Interessenkonflikten vorzubeugen“, so Flammer.
Mit Blick auf die Forderung nach Neuregelung der Sonntagsöffnung unterstrich Flammer die Bedeutung lebendiger Innenstädte. 
„Um die Entwicklungspotentiale des Landes in Gänze auszuschöpfen, braucht es eine starke Metropolregion und einen attraktiven ländlichen Raum. Im überregionalen Wettbewerb um Fachkräfte wird Hessen nur mit leistungsfähigen und lebendigen Kommunen bestehen können. Verkaufsoffene Sonntage sind dafür ein wesentlicher Baustein.“