Wegfall der Corona-Sonntagsöffnung: HIHK kritisiert fehlende politische Verlässlichkeit

19. Juni 2020 - Zur Entscheidung der hessischen Landesregierung, die bereits verkündete Möglichkeit zur Sonntagsöffnung bis zum 16. August schon ab kommender Woche ersatzlos zu streichen, äußert sich Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages:
„Die hessische Wirtschaft reagiert irritiert auf die Entscheidung der Landesregierung. Sie erschüttert das Vertrauen des Einzelhandels in die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen. Sie trifft eine der am stärksten von der Corona-Krise gebeutelten Branchen. Die hessischen Händler versuchen die Krise mit Verantwortung, Engagement und Kreativität zu meistern. Die Kundenzahlen und Umsätze sind nach wie vor niedrig, die wirtschaftliche Lage angespannt. In dieser existenzbedrohenden Situation braucht der Handel politische Unterstützung, nicht noch mehr Steine im Weg.
Die Landesregierung begeht hier einen Fehler, der schlecht für die hessischen Innenstädte ist. Die ausbleibenden Kundenströme, geringeren Umsätze und die anhaltende Fixkostenbelastung drohen den Händlern derzeit das Genick zu brechen. Ein Veröden der Innenstädte infolge der Corona-Krise müssen wir dringend verhindern. Wir alle wollen und brauchen lebendige Innenstädte in Hessen. Die vorübergehende anlassfreie Sonntagsöffnung ist hierfür ein wichtiger Baustein. Anlassbezogene Sonntagsöffnungen, die den hohen Anforderungen des Hessischen Landenöffnungsgesetzes gerecht werden, sind aktuell vollkommen unrealistisch.
Bisher konnten verkaufsoffene Sonntage in der Corona-Krise noch nicht die erhoffte Wirkung entfalten. Zunächst war das Infektionsgeschehen zu stark, um frequenzsteigernde Maßnahmen zu initiieren. Im Laufe der kommenden Monate hätten verkaufsoffene Sonntage aber sehr wohl den dringend benötigten Umsatz in den stationären Handel lenken können. Daher fordern die hessischen IHKs nach wie vor eine Ausnahmeregelung für anlassfreie verkaufsoffene Sonntage bis zum Jahresende.“