Nachtragshaushalt: Hessische Wirtschaft begrüßt Corona-Soforthilfe, mahnt aber schnelle Auszahlung an

24. März 2020 - Die hessische Wirtschaft begrüßt die vom Land angekündigten Soforthilfen zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Pandemie. Gleichzeitig mahnt sie an, die Hilfe nun so schnell wie möglich und unbürokratisch auszuzahlen. 
„Wir stehen in einem Wettlauf mit der Zeit. Täglich erreichen uns tausende verzweifelte Hilferufe hessischer Unternehmen aus allen Branchen, Größen und Regionen.“, sagt Eberhard Flammer, Präsident des Hessisches Industrie- und Handelskammertages. „Die angekündigte Verzahnung mit den Richtlinien des Bundes braucht Zeit, die viele hessische Betriebe nicht haben. Sie benötigen jetzt eine Perspektive, wie sie die unverschuldete Corona-Krise überstehen können. Das Land sollte Anträge auf Soforthilfe noch in dieser Woche ermöglichen“, hebt Flammer hervor und verweist dabei auf Bayern, wo bereits seit dem 20. März eine Soforthilfe geleistet wird.
Das Soforthilfsprogramm der Landesregierung habe ein historisches Ausmaß, das die hessische Wirtschaft ausdrücklich anerkenne. Der einmalige, nicht rückzahlbare Zuschuss sei eine hilfreiche Unterstützung für Selbstständige, Kleinstunternehmen sowie kleine oder mittlere Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten.
Ergänzend bestehe laut Flammer der Bedarf an einhundertprozentigen Kreditgarantien des Landes, damit Kredite für von der Corona-Pandemie gebeutelte Unternehmen besichert werden können. Dies solle bis zu einem Volumen in Höhe von 100.000 Euro pro Unternehmen geschehen. „Das Land Hessen sollte sich nun auf Bundesebene mit Nachdruck dafür einsetzen, das zu ermöglichen. Denn die Erfahrungen der vergangenen Tage zeigen: Banken ist eine positive Kreditprüfung derzeit kaum möglich. Einhundertprozentige Garantien würden den Banken die Ausreichung von Krediten an betroffene Unternehmen deutlich erleichtern.“, so Flammer.