Mehr digitale Berufsbildung durch Corona – Sommerferien für Verbesserungen nutzen

2. Juli 2020 - Die Berufsbildung in Hessen ist durch Corona digitaler geworden. Mehr als zwei Drittel der hessischen Ausbildungsbetriebe sind mit der digitalen Unterrichtsversorgung ihrer Azubis durch die Berufsschulen zufrieden. Über die Hälfte der Unternehmen sieht aber bei der Kommunikation zwischen Lehrern und Ausbildern in der Corona-Krise Verbesserungsbedarf. Das berichtet der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK), der mehr als 1.200 Betriebe nach ihren Erfahrungen befragt hat.
„Viele Berufsschulen in Hessen haben digitale Unterrichtswege in der Corona-Krise gefunden – allerdings sehr individuell und lehrerabhängig. In den Sommerferien gilt es nun, aus den mühevollen Schritten zu lernen. Alle hessischen Berufsschulen müssen digital fit werden – für die Zukunft und mit Blick auf Corona“, sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung beim HIHK.
„Corona hat schonungslos offengelegt, dass es bislang keine Strategie gibt, um Unterricht effizient zu digitalisieren. Deshalb sollten Kultusministerium und Schulträger jetzt Standards verabreden, damit Berufsschulen die bundesweit einheitlichen Rahmenlehrpläne auch vergleichbar digital umsetzen können. Zudem sollten die Schulträger die Mittel des Digitalpakts prioritär in die Berufsschulen lenken. Denn die dortigen Schüler sind die ersten, die in die digitale Arbeitswelt eintreten“, so Scheuerle weiter.
Die Berufsschulen sollten nach Ansicht der hessischen Wirtschaft nach den Sommerferien wieder vollumfänglich unterrichten. Digitale Unterrichtsformen könnten dafür sorgen, dass kein Stoff mehr liegenbleibt. Dafür seien  ausreichend Infrastruktur, WLAN und IT-Support für die Berufsschulen erforderlich. Zudem wünschen sich die Unternehmen mehr Zusammenarbeit zwischen den Schulen: Weil die Ausbildungsordnungen bundesweit einheitlich sind, könnten digitale Unterrichtsinhalte gemeinsam erarbeitet werden.
Hintergrund: Thema der Umfrage: Zufriedenheit der hessischen Ausbildungsbetriebe mit der Arbeit der Berufsschulen in der Corona-Krise. Befragungszeitraum: 15. bis 19. Juni 2020. Befragte: Ausbildungsbetriebe der hessischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Antwortende: 1.285 Unternehmen mit 21.728 Auszubildenden.