Konjunkturumfrage Hessen - Herbst 2018

Gute Lage, getrübter Ausblick

 

1. November 2018 - Die Stimmung in den hessischen Betrieben bleibt auch im Herbst 2018 auf hohem Niveau. Aktuell bewerten 92 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut. Allerdings werden die Aussichten für die kommenden Monate durch zunehmende Sorgen um den Fachkräftemangel und die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen getrübt. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) hervor, der auf den Antworten von rund 2.600 hessischen Unternehmen basiert, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes darstellen. 
Der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und Erwartungshaltung der Unternehmen zusammenfasst, liegt aktuell bei 124 Punkten, nach 130 Punkten zum Jahresbeginn. Trotz der zweiten Korrektur in Folge zeigt der Indikator damit weiterhin eine konjunkturelle Boom-Situation für die hessische Wirtschaft an.
„Angesichts der erfreulichen Investitions- und Beschäftigungsabsichten rechnen wir trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen auch für die kommenden Monaten mit einer stabilen konjunkturellen Entwicklung im Land“, so HIHK-Geschäftsführer Robert Lippmann.
Konkret wollen rund 30 Prozent der Befragten branchenübergreifend in die Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten und in die Umsetzung von Produktinnovationen investieren. Auch die Beschäftigungsabsichten bleiben trotz zunehmender Sorge um den Fachkräftemangel hoch.
Tatsächlich wird der Fachkräfteengpass branchenübergreifend als das wesentliche Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen gesehen, gefolgt von der Ausgestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Auffallend dabei: Die hessische Industrie bewertet trotz ihrer weiterhin guten konjunkturellen Lage sechs der acht abgefragten Risikofaktoren überdurchschnittlich hoch.
„Die Risikoeinschätzung der hessischen Industriebetriebe zeigt, dass die konjunkturelle Entwicklung keineswegs ein Selbstläufer ist. Gerade bei der wirtschaftspolitischen Rahmensetzung ist die Politik spätestens jetzt gefragt, ihre Gestaltungsspielräume zu nutzen, um die Anfälligkeit der Betriebe für externe Schocks zu reduzieren“, so Lippmann.