Corona darf duale Ausbildung nicht zurückdrängen - Hessische IHKs wünschen weitergehende Öffnung der Berufsschulen

Anlässlich der heutigen Beratungen der Kultusminister über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Schulen während der Corona-Pandemie äußert sich Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages:
27. April 2020 - „Die hessischen IHKs wünschen sich eine weitergehende Öffnung der Berufsschulen möglichst für alle Jahrgänge. Um den spezifischen Anforderungen der Dualen Ausbildung zu genügen, wollen wir bundes- und hessenweit offene Berufsschulen und Lehrwerkstätten. Die hessischen Unternehmen brauchen die qualifizierten Fachkräfte beim erhofften Wiederanlaufen der Wirtschaft und die jungen Menschen brauchen einen guten Start in ihr Berufsleben.
Fachkräfte in der Warteschleife können wir uns nicht leisten. Allein in Hessen stehen in diesem Sommer rund 21.000 Azubis vor ihren Abschlussprüfungen. Diese Fachkräfte von morgen, deren Prüfungen Corona-bedingt bereits verschoben wurden, benötigen nun dringend eine entsprechende Vorbereitung. Auch die hessenweit über 4.000 Fachkräfte, die jedes Jahr eine anerkannte IHK-Weiterbildung absolvieren, sind auf die Öffnung von Bildungseinrichtungen angewiesen. Andernfalls können ihre Vorbereitungslehrgänge zum Fachwirt, Meister oder Bilanzbuchhalter nicht stattfinden.
In den vergangenen Wochen haben die betroffenen Bildungseinrichtungen eine Herkulesarbeit geleistet und auf geschlossene Klassen- und Schulungsräume mit digitalen Angeboten reagiert. Unter Einhaltung von Hygiene- und Schutzvorschriften sollte es den Bildungsträgern nun aber flächendeckend und jahrgangsübergreifend möglich sein, die Bildungsarbeit vor Ort wieder aufzunehmen.“