Gründerreport 2018

Weniger Gewerbeanmeldungen in Hessen


12. Dezember 2018 - Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich weiterhin dämpfend auf die Zahl der Unternehmensgründungen in Hessen aus. Dementsprechend setzte sich der seit dem Jahr 2010 anhaltende Rückgang der Gewerbeanmeldungen auch in 2017 fort. Weil gleichzeitig auch die Gewerbeabmeldungen deutlich abnahmen, konnte Hessen 2017 dennoch einen positiven Gründungssaldo ausweisen. Das berichten der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) e. V. und die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern in ihrem gemeinsamen Gründerreport 2018.
Konkret wurden in 2017 noch 60.253 Gewerbe in Hessen angemeldet (2016: 61.890). Mit 59.155 Abmeldungen ergab sich ein positiver Gründungssaldo von plus 1.098 Unternehmen (2016: plus 641).
Trotz der insgesamt niedrigen Aktivitäten im Gründungsbereich bleiben die Serviceangebote der Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie der Handwerkskammern (HwKs) in Hessen stark nachgefragt: Rund 13.700 Personen informierten sich 2017 vor ihrer Gründung in Form eines Einstiegsgesprächs, 4.400 Gründer nahmen vertiefende Beratungen durch die Kammern in Anspruch. Neben individuellen Gesprächen nutzten die
Jungunternehmer in spe auch Informationsveranstaltungen der IHKs und HwKs intensiv: Etwa 9.800 Teilnehmer erkundigten sich im vergangenen Jahr über die verschiedenen Facetten der unternehmerischen Selbstständigkeit. Zusätzlich gaben die Kammern circa 850 Stellungnahmen zur Gründungs-unterstützung ab.
Das Gründungsgeschehen konzentriert sich weiterhin auf Ballungszentren und Städte. Wie schon in den Vorjahren zeigt es sich besonders stark in den Bereichen Dienstleistungen, Handel und dem Bau- beziehungsweise Ausbaugewerbe. Stark beteiligt sind Personen mit polnischer, rumänischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Einzelunternehmen wurden zu 36 Prozent von Gründerinnen gestartet.
Als Herausforderung der kommenden Jahre bewerten IHKs und HwKs, dass der wachsenden Zahl an aus Altersgründen übergabereifen Unternehmen immer weniger Gründungs- und Übernahmeinteressierte gegenüberstehen. 
„Die Sicherung der Unternehmensnachfolge rückt immer mehr in den Fokus der Betriebe. Das breite Angebot an übergabefähigen Unternehmen trifft jedoch nicht auf eine ausreichend breite Nachfrage. Diese Entwicklung schwächt auf Dauer den Wirtschaftsstandort“, so Robert Lippmann, Geschäftsführer des HIHK. 
Entscheidend sei es daher, das Thema Unternehmertum nachhaltig im Schulunterricht zu verankern, um frühzeitig die Grundlagen für Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolgen zu legen.
„Um Jungunternehmern zu helfen, Erfolgsgeschichten zu starten, kann auch die Politik einen Beitrag leisten. Existenzgründer würden vor allem von einer weit weniger komplexen Besteuerung und einer deutlichen Vereinfachung bei Anträgen zur öffentlichen Förderung profitieren“, formuliert Bernhard Mundschenk, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, die Erwartungen in Richtung Politik.

Den vollständigen Gründerreport finden Sie hier.