Coronavirus: Hessische Wirtschaft besorgt über Ausbreitung in Europa

27. Februar 2020 - Zur derzeitigen Situation hinsichtlich der Ausbreitung des so genannten Coronavirus äußert sich Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Die hessische Wirtschaft beobachtet die Ausbreitung des Coronavirus mit Sorge. Bislang waren vor allem in China ansässige Unternehmen betroffen. Dort sind die Folgen für das Wirtschaftsgeschehen erheblich. Doch die Wertschöpfungsketten sind heute global. Sollte sich die Situation bis April nicht deutlich entspannen, sehen wir signifikant dämpfende Effekte auf die hessische Wirtschaft zukommen. Dann werden die Lager für Zulieferteile vielfach aufgebraucht sein.
Die Ausbreitung des neuartigen Virus auch in Europa stellt uns vor ganz neue Herausforderungen. Noch sind die Auswirkungen in Europa primär lokal. Nichtsdestotrotz ergreifen viele Unternehmen Schutzmaßnahmen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sagen Dienstreisen ab. Sollte die Ausbreitung des Virus aber nicht gestoppt werden können, drohen unterbrochene Produktionsketten, Produktionsausfälle, Lieferengpässe einzelner Produkte sowie Nachfrageausfälle im Einzelhandel und Tourismus. Die Auswirkungen auf die deutsche und hessische Konjunktur sind heute noch nicht absehbar. Wir haben Vertrauen in die zuständigen Behörden und hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen fruchten. 
Hessens international verflochtene Wirtschaft ist von der Entwicklung in besonderem Maße betroffen. Mehr als die Hälfte ihres Umsatzes erwirtschaftet die hessische Industrie im Ausland. Auch der Handel und der Dienstleistungssektor sind stark international ausgerichtet. Pro Jahr exportieren hessische Unternehmen Waren im Wert von rund 64 Milliarden Euro.“