Nahostkonflikt trifft hessische Unternehmen breit

Kostenbelastungen und Investitionszurückhaltung nehmen zu.

21. April 2026
Der anhaltende Nahostkonflikt belastet die hessische Wirtschaft zunehmend. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen DIHK‑Blitzumfrage, an der sich bundesweit rund 2.400 Unternehmen beteiligt haben, darunter 276 Betriebe aus Hessen. 84 Prozent der hessischen Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft, leicht über dem Bundesdurchschnitt von 83 Prozent.
„Die Lage im Nahen Osten wirkt sich inzwischen spürbar auf die wirtschaftliche Realität vieler Unternehmen in Hessen aus“, erklärt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessische Industrie- und Handelskammertags (HIHK). „Besonders problematisch sind die stark gestiegenen Kosten und die wachsende Unsicherheit in den internationalen Liefer- und Absatzbeziehungen.“
Die aktuelle Entwicklung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Noch vor Ausbruch des Konflikts galt der Nahe Osten für exportorientierte Unternehmen als attraktive Wachstumsregion. Entsprechend positiv waren die Geschäftserwartungen hessischer Betriebe, insbesondere mit Blick auf die Golfstaaten.
Steigende Energie- und Transportkosten als Haupttreiber
Derzeit stehen vor allem kostengetriebene Belastungen im Vordergrund. 70 Prozent der betroffenen hessischen Unternehmen nennen steigende Energiepreise als zentrales Problem, 69 Prozent sehen sich durch höhere Fracht‑ und Logistikkosten beeinträchtigt. Diese Entwicklungen belasten die Ertragslage und schränken den finanziellen Spielraum vieler Betriebe ein.
Unternehmen reagieren mit Anpassungen – Investitionen geraten unter Druck
Um die Folgen abzufedern, setzen die Unternehmen auf Preisanpassungen (47 Prozent), ein intensiviertes Risikomanagement und Monitoring (43 Prozent) sowie die Verschiebung oder Zurückstellung von Investitionsprojekten (39 Prozent). Diese Reaktionen spiegeln die wachsende Unsicherheit wider und könnten sich mittelfristig dämpfend auf die wirtschaftliche Dynamik im Land auswirken.
„In einer ohnehin angespannten geopolitischen Lage kommt mit dem Nahostkonflikt ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu. Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stärken und für wettbewerbsfähige Energiepreise im europäischen Vergleich zu sorgen“, betont Kirsten Schoder‑Steinmüller.