HIHK warnt vor Kürzungen bei der Lehrkräftezuweisung
Sozialstrukturindex sichern – Chancen für Hessens junge Menschen nicht verspielen
12. März 2026
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) sieht die geplanten Kürzungen der sozialindexbasierten Lehrkräftezuweisungen sowie die Streichung von Lehrkräftestellen im Haushaltsentwurf 2026 mit großer Sorge. Der Sozialstrukturindex ist ein zentrales Instrument, um Schulen in besonders herausfordernden sozioökonomischen Lagen gezielt zu unterstützen. Von den geplanten Einschnitten wären nicht nur einzelne Regionen, sondern zahlreiche Schulstandorte in ganz Hessen betroffen. Mit spürbaren Folgen für die Wirtschaft und die Fachkräftesicherung.
HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder‑Steinmüller betont: „Wir sehen, dass sich das Land bemüht, Bildung trotz schwieriger Haushaltslage zu priorisieren. Dass jedoch ausgerechnet dort gestrichen werden soll, wo Schulen die größten Herausforderungen haben, erscheint aus Sicht der Wirtschaft kritisch. Gerade junge Menschen aus belasteten Sozialräumen brauchen stabile Lernbedingungen – und die hessische Wirtschaft braucht diese jungen Menschen als gut vorbereitete Fachkräfte von morgen.“
Für die Unternehmen in Hessen ist Bildung die wichtigste Voraussetzung, um den steigenden Fachkräftebedarf zu decken. Schon heute geben knapp 47 Prozent der Betriebe in Hessen an, offene Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen zu können. Ein Grund dafür sind fehlende Basiskompetenzen und Bildungsrückstände der Bewerber. Diese Risiken würden durch den Abbau von Förderangeboten in den Schulen weiter verschärft.
Schoder‑Steinmüller weiter: „Wir dürfen nicht zulassen, dass funktionierende Unterstützungsstrukturen wegfallen, bevor ihre Wirkung umfassend bewertet wurde. Was wir brauchen, ist Verlässlichkeit. Für Schulen, für Lehrkräfte und für die jungen Menschen, die in eine Ausbildung starten wollen. Der Sozialstrukturindex ist dafür ein wichtiges Instrument.“
Der HIHK appelliert an die Landespolitik, die geplanten Änderungen im Rahmen der Haushaltsverhandlungen kritisch zu prüfen. Aus Sicht der hessischen Wirtschaft wäre es notwendig, die bisherigen Zusatzressourcen zumindest bis zur Vorlage einer fundierten Wirkungsevaluation beizubehalten und anschließend ein zukunftsfestes Modell der Förderung zu entwickeln, das individuelle Unterstützungsbedarfe langfristig absichert. „Hessen ist ein starkes Wirtschaftsland – und wir brauchen jedes Talent“, so Schoder‑Steinmüller. „Damit junge Menschen mit stabilen Grundkompetenzen in Ausbildung und Berufsorientierung starten können, müssen wir ihnen die bestmöglichen Startbedingungen geben. Die Wirtschaft steht bereit, ihren Teil dazu beizutragen.“
