HIHK fordert zügigen 10-streifigen Ausbau der A5 im Rhein-Main-Gebiet
Caspar: „Wirtschaftsstandort braucht leistungsfähige Verkehrswege”
8. Mai 2026
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) spricht sich für einen bedarfsgerechten Ausbau der A5 zwischen Frankfurter Kreuz und Anschlussstelle Friedberg von 8 auf 10 Fahrspuren aus. Die von der Autobahn GmbH des Bundes in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie bestätigt aus Sicht der Wirtschaft den hohen Handlungsbedarf: Die A5 zählt zu den am stärksten belasteten Autobahnabschnitten Deutschlands und ist ein zentraler Engpass für überregionale Lieferketten, für die Pendlerverkehre eines der größten Arbeitsmärkte Europas sowie für zeitkritische Logistik.
„Die A5 ist die Schlagader des Wirtschaftsraums Rhein‑Main. Die Machbarkeitsstudie zeigt klar: Ohne einen Ausbau drohen Staus und Zeitverluste. Damit würden wirtschaftliche Schäden weiter zunehmen“, sagt Ulrich Caspar, HIHK‑Vizepräsident für Verkehr angesichts der für das Wochenende angekündigten Proteste. „Eine chronische Überlastung führt zu Produktivitätsverlusten, höheren Transportkosten und nicht zuletzt einer sinkenden Standortattraktivität. Für exportorientierte Bundesländer wie Hessen stellt dies ein reales wirtschaftliches Risiko dar. Ein modernes, leistungsfähiges Straßennetz ist Voraussetzung dafür, dass Unternehmen zuverlässig produzieren, liefern und wachsen können.“
Der HIHK unterstreicht zugleich seine grundsätzliche Position zum Infrastrukturausbau: Hessen benötigt einen vorausschauenden, am tatsächlichen Bedarf orientierten Ausbau aller Verkehrsträger. Dazu gehört ausdrücklich auch die Schiene. „Seit der Jahrtausendwende ist die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet um ca. 300.000 Menschen angewachsen. Es sind 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Damit einher geht auch ein höheres Frachtaufkommen und stärkere Pendlerströme. Mit einer wachsenden Bevölkerung muss auch die Infrastruktur mitwachsen“, so Caspar weiter.
„Der weitere Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur sind richtig und wichtig, um mehr Verkehr auf die Bahn zu verlagern. Aber dies allein wird nicht ausreichen, um die wachsende Verkehrsnachfrage in unserer Metropolregion zu bewältigen“, betont Caspar. „Selbst bei ambitionierten Verlagerungszielen bleibt ein erheblicher Bedarf auf der Straße. Deshalb brauchen wir beides: eine starke Schiene und eine leistungsfähige Autobahn. Wer Mobilität, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zusammendenkt, kommt an einer modernen, leistungsfähigen Infrastruktur nicht vorbei“, so der HIHK‑Vizepräsident abschließend. „Der Ausbau der A5 ist ein zentraler Baustein, um den Wirtschaftsstandort Hessen auch in Zukunft stark und erreichbar zu halten.“
