Die hessischen IHKs begrüßen die Einigung der EU mit Indien

Wiesbaden, 29. Januar 2026
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der indische Premierminister Narendra Modi haben den Abschluss der Verhandlungen am 27. Januar 2026 beim 16. Gipfeltreffen EU-Indien in New Delhi bekanntgeben.
Das Abkommen zwischen der zweit- und der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt schafft eine Freihandelszone mit knapp zwei Milliarden Menschen. Darin werden die Zölle für 96,6 Prozent des Warenwertes der EU-Ausfuhren nach Indien abgeschafft oder schrittweise gesenkt.
Damit bestehen gute Chancen, dass sich die Warenausfuhren nach Indien in den nächsten Jahren deutlich erhöhen, Schätzungen halten sogar eine Verdoppelung bis 2032 für realistisch. Derzeit handeln die EU und Indien bereits Waren und Dienstleistungen im Wert von über 180 Mrd. EUR pro Jahr.
Neben Zollvergünstigungen bietet die Vereinbarung auch einen privilegierten Zugang zum indischen Dienstleistungsmarkt und umfassenden Schutz geistigen Eigentums.
„Das Abkommen ist in Zeiten globaler Unsicherheiten ein wichtiges Zeichen für offene Märkte und regelbasierte internationale Zusammenarbeit,“ betont Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK): „Mit dem Abbau von Handelshemmnissen werden wir auch die engen Beziehungen zwischen Hessen und Indien weiter intensivieren.“
Hessen ist dabei in einer besonders guten Position, um in den nächsten Jahren von intensiveren bilateralen Handelsbeziehungen zu profitieren. Schon heute sind insbesondere Frankfurt und die Rhein-Main Region ein Zentrum der indischen Business Community in Deutschland. Im Jahr 2025 erreichten hessische Ausfuhren nach Indien einen Wert von rund 820 Mio. Euro. Unter den wichtigsten Exportmärkten Hessens in Asien liegt Indien damit auf Rang vier.
Das Indiengeschäft unserer Unternehmen dürfte in Zukunft insbesondere davon profitieren, dass indische Zölle auf wichtigen Ausfuhrgüter Hessens wie Maschinen (bislang bis zu 44%), Chemikalien (bis zu 22%) und Arzneien (bis zu 11%) weitgehend abgeschafft werden.
Mit Blick auf die Verzögerungen beim Mercosur-Abkommen setzt die hessische Wirtschaft nun auf eine rasche Implementierung des EU-Indien-Abkommens.