HIHK begrüßt Bildungschancenpaket und setzt auf stärkere Verbindung von Bildung und Fachkräftesicherung
Wiesbaden, 31. August 2026
Anlässlich des heute vorgestellten Bildungschancenpakets begrüßt der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) e.V. die angekündigten Maßnahmen. Insbesondere die Stärkung von Lese-, Schreib- und Mathematikkompetenzen sowie die stärkere Verankerung digitaler Zukunftskompetenzen seien wichtige Schritte, um junge Menschen besser auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe vorzubereiten.
„Gute Bildung ist die Grundlage für individuelle Chancen und zugleich ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Zukunft Hessens. Deshalb bewertet die hessische Wirtschaft das Bildungschancenpaket grundsätzlich positiv. Die angekündigten Maßnahmen setzen an zentralen Herausforderungen an und können dazu beitragen, die Bildungsqualität weiter zu stärken“, sagt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertags.
Mit Blick auf den anhaltenden Fachkräftebedarf komme es aus Sicht der Wirtschaft besonders darauf an, die Ausbildungsstartkompetenzen junger Menschen weiter zu verbessern. Trotz der derzeit schwierigen konjunkturellen Lage bleibe die Sicherung des Fachkräftenachwuchses eine zentrale Zukunftsaufgabe. „Eine schwache Konjunktur ändert nichts an der Demografie. In den kommenden Jahren verlassen viele erfahrene Beschäftigte den Arbeitsmarkt, während deutlich weniger junge Menschen nachrücken. Deshalb entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit Hessens auch daran, wie gut es gelingt, junge Menschen auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten“, so Schoder-Steinmüller.
Nach der HIHK-Ausbildungsumfrage 2026 gaben 60 Prozent der hessischen Unternehmen, die Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, an, keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber gefunden zu haben. Die Betriebe sehen dabei Herausforderungen sowohl bei fachlichen Grundlagen als auch bei persönlichen und sozialen Kompetenzen.
„Ausbildungsbetriebe übernehmen Verantwortung und entwickeln junge Menschen während ihrer Ausbildung weiter. Sie müssen sich aber darauf verlassen können, dass Schulen ein solides Fundament legen, vom Lesen, Schreiben und Rechnen bis hin zu Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Konfliktfähigkeit“, sagt Schoder-Steinmüller. Ein transparentes Bildungsmonitoring könne dabei helfen, Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen und gezielte Unterstützung dort zu ermöglichen, wo sie benötigt werde.
Neben den jetzt angekündigten Maßnahmen sieht der HIHK weitere wichtige Ansatzpunkte, um die Bildungs- und Fachkräftepolitik in Hessen nachhaltig zu stärken. Dazu gehören leistungsfähige Berufsschulen mit ausreichend qualifizierten Lehrkräften. Die duale Ausbildung sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Wirtschaftsstandorts Hessen und brauche starke Lernorte in Betrieb und Berufsschule gleichermaßen. Vor diesem Hintergrund komme es darauf an, ausreichend Nachwuchs für das berufliche Lehramt zu gewinnen und die entsprechenden Studienangebote langfristig zu sichern. Quereinstiege könnten dabei unterstützen, die Herausforderungen zu bewältigen, sollten jedoch die grundständige Ausbildung von Berufsschullehrkräften sinnvoll ergänzen.
Ebenso wichtig seien moderne und attraktive Rahmenbedingungen an den Berufsschulen. Dazu zählen zeitgemäß ausgestattete Gebäude, moderne Fachräume und Werkstätten sowie eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Gerade weil digitale Kompetenzen zunehmend Bestandteil moderner Ausbildungsberufe sind, sollten auch die schulischen Lernorte die Arbeitswelt von morgen möglichst praxisnah abbilden.
„Das Bildungschancenpaket setzt wichtige Akzente für die Weiterentwicklung des Bildungssystems. Nun kommt es darauf an, die Maßnahmen konsequent umzusetzen und Bildungspolitik weiterhin auch als Fachkräfte- und Standortpolitik zu verstehen. Gut vorbereitete junge Menschen, qualifizierte Lehrkräfte und moderne Berufsschulen sind zentrale Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit Hessens“, so Schoder-Steinmüller abschließend.
