Hessische Unternehmen setzen trotz schwieriger Konjunktur weiter auf Ausbildung

HIHK: Ausbildungsbereitschaft bleibt hoch – jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen

Wiesbaden, 2. Juli 2026
Trotz der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage investieren die hessischen Industrie- und Handelsunternehmen weiter in die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses. Bis Ende Juni haben die hessischen Industrie- und Handelskammern bereits 11.562 neue Ausbildungsverträge registriert – 250 mehr als im Vorjahresmonat. Erfahrungsgemäß ist damit rund die Hälfte aller Ausbildungsverhältnisse für das neue Ausbildungsjahr geschlossen.
Die Zahlen zeigen: Die Unternehmen verlieren den langfristigen Fachkräftebedarf trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten nicht aus dem Blick. Obwohl im vergangenen Jahr jedes zweite IHK-Unternehmen seine Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen konnte, halten die Betriebe ihre Ausbildungsbereitschaft weitgehend aufrecht. Die größte Herausforderung besteht inzwischen darin, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Nach einer aktuellen IHK-Umfrage sieht knapp jedes zweite Unternehmen Defizite bei den Ausbildungsstartkompetenzen – insbesondere bei Belastbarkeit, mentaler Leistungsfähigkeit, Disziplin und Mathematikkenntnissen.
„Dass unsere Unternehmen trotz der schwierigen Konjunktur weiter ausbilden, ist ein starkes Signal. Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft. Sie erfordert Zeit, qualifiziertes Personal und erhebliche finanzielle Mittel. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist dieses Engagement keine Selbstverständlichkeit. Die Betriebe übernehmen Verantwortung für die Fachkräfte von morgen und stärken damit zugleich die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Hessen“, sagt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) e.V.
Die hessischen IHK-Unternehmen stellen rund 60 Prozent aller Ausbildungsplätze in der dualen Berufsausbildung des Landes und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
Damit dieses Engagement auch künftig erhalten bleibt, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen. Dazu gehören der konsequente Abbau bürokratischer Belastungen, leistungsfähige und moderne Berufsschulen sowie bessere Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen mit den notwendigen Ausbildungsstartkompetenzen in die Betriebe kommen. Nur wenn Unternehmen und Politik gemeinsam handeln, kann die duale Ausbildung ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben.