Hessische Exportwirtschaft 2025
Ein schwieriges Jahr erfolgreich gemeistert
10. Februar 2026
Die hessische Exportwirtschaft konnte 2025 aller Schwierigkeiten zum Trotz deutlich zulegen. Das zeichnet sich auf Basis der vorliegenden Zahlen für die ersten elf Monate des abgelaufenen Jahres ab. So lagen die Ausfuhren bis Ende November 2025 um 7,8 Prozent über Vorjahresniveau. Damit leisteten die hessischen Exporteure wichtige Unterstützung für die hessische Wirtschaft in einem ansonsten schwierigen Umfeld.
Die positive Exportentwicklung, die sich für 2025 abzeichnet, ist umso bemerkenswerter, als das Jahr ausgesprochen holprig startete. Nach den ersten sechs Monaten lag der Warenwert der Exporte noch um 5,9 Prozent unter Vorjahreswert, also deutlich im negativen Bereich. Maßgeblich waren dafür neben einer Absatzschwäche auf den EU-Nachbarmärkten (minus 6,0 Prozent), die mit einem Anteil von 55 Prozent das Rückgrat des hessischen Auslandsgeschäfts bilden, insbesondere der Absatz in die USA. Er war – was den Warenwert der Exporte anbelangt – im ersten Halbjahr mit minus 12,2 Prozent deutlich rückläufig, während der Absatzrückgang in China, dem wichtigsten Markt hessischer Unternehmen in Asien, mit 3,9 Prozent noch vergleichsweise moderat ausfiel.
Neben steigendem Wettbewerbsdruck auf den globalen Märkten durch Euroaufwertung und zunehmender chinesische Konkurrenz war es vor allem die sprunghafte und protektionistische US-Handelspolitik mit teils hohen Zollaufschlägen, die seit Jahresbeginn nicht nur das US-Geschäft unmittelbar belastete, sondern weltweit für Unsicherheit und Investitionszurückhaltung sorgte.
Seit dem Sommer haben die hessischen Unternehmen mit hohem Einsatz und großer Dynamik ihr Auslandsgeschäft wieder steigern können. So wurden nicht nur Verluste aufgeholt, sondern für das Gesamtjahr 2025 verspricht die Bilanz ein deutlich positives Ergebnis. Darauf lässt allein schon der Zuwachs von 10,6 Prozent bei den Ausfuhren in die EU schließen, wobei sich insbesondere das Geschäft mit Spanien und Österreich überdurchschnittlich gut entwickelte. Aber auch der Rückgang des China-Geschäfts konnte eingedämmt werden, so dass bis Ende November noch ein Minus von 1,9 Prozent zu Buche stand.
Nach dem Hin und Her der US-Zollpolitik im ersten Halbjahr haben die USA seit Jahresmitte mit zahlreichen Handelspartnern – darunter Ende Juli mit der EU – bilaterale Zollabkommen vereinbart. Trotz höherer effektiver Zollsätze als in der Vergangenheit bedeutete das zumindest für einen Teil der Unternehmen mehr Planungssicherheit, so dass gewisse Nachholeffekte, aber auch Vorzieheffekte zum Turnaround im Auslandsgeschäft beigetragen haben dürften.
Besonders zeigt sich das beim US-Geschäft: Lag der Warenwert der Ausfuhren zur Jahresmitte 2025 noch deutlich unter Vorjahreswert, zeigt sich Ende November ein komplett anderes Bild: Die hessischen Exporte in die USA liegen nach elf Monaten um 20,6 Prozent über Vorjahreswert. Ursächlich dafür ist in erster Linie der Pharmasektor, der im zweiten Halbjahr erhebliche Zuwächse im US-Geschäft verzeichnete. Hierbei dürften auch umfangreiche Vorzieheffekte zum Tragen kommen, weil mit der seit April 2025 für Pharmaprodukte laufenden sogenannten Section 232-Untersuchung, mit deren Ergebnis in Kürze zu rechnen ist, massive Zusatzzölle im Raum stehen. Daher bleibt abzuwarten, ob dieser Effekt nachhaltig wirkt.
Aufgrund deutlicher Rückgänge bei den US-Exporten in den Sektoren Automotive und Maschinenbau lagen die deutschen Ausfuhren in die USA bis Ende November bei minus 9,4 Prozent. Im Bundesvergleich schnitt Hessen also deutlich positiver ab. Das ist vor allem auf die in Hessen stark vertretenen Pharmabranche zurückzuführen und sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hessische Unternehmen in den Bereichen Automotive, Maschinenbau und auch in der Chemie im US-Geschäft deutlich unter Druck stehen.
Aber nicht nur im US-Geschäft, sondern ganz generell lief es für die hessische Exportwirtschaft 2025 vergleichsweise gut, wenn man bedenkt, dass die deutschen Ausfuhren insgesamt 2025 über ein bescheidenes Plus von einem Prozent nicht hinauskamen.
„Die hessische Exportwirtschaft konnte ein schwieriges Jahr 2025 gerade auch im bundesdeutschen Vergleich gut meistern – wenn auch leider nicht über alle Branchen hinweg. Der Erfolg unserer Unternehmen auf den internationalen Märkten ist für den Wohlstand in Hessen immens wichtig. In Zeiten, in denen das Geschäft auf wichtigen Absatzmärkten wie China und den USA schwieriger wird, und sie mit begrenzten Wachstumsaussichten in Europa konfrontiert sind, ist es umso wichtiger, die Vertiefung der Handelsbeziehungen mit anderen Wachstumsregionen voranzutreiben. Das Freihandelsabkommen Mercosur, das die EU zuletzt ausverhandelt hat, sollte deshalb nicht weiter blockiert und wie auch das Abkommen mit Indien so zügig und umfassend wie möglich umgesetzt werden. Die laufenden Verhandlungen mit weiteren Partnern wie Indonesien müssen rasch vorankommen. Und auch im Europäischen Binnenmarkt bestehen nach wie vor Hürden, die das grenzüberschreitende Geschäft behindern und jetzt rasch beseitigt werden sollten“, so das Fazit von HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller.
