Hessische Unternehmen mit erfolgreichem Auslandsgeschäft

20. Dezember 2019 - 2019 war für die hessische Exportwirtschaft ein erfolgreiches Jahr. Das Exportvolumen wird etwa 64 Mrd. Euro betragen und das hohe Vorjahresniveau erreichen. Das meldet der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) und beruft sich dabei auf Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes. Die Exportzahlen liegen bis einschließlich Oktober vor und ließen laut HIHK eine erste belastbare Aussage für das Gesamtjahr zu.
„Das Auslandsgeschäft der hessischen Wirtschaft verlief in diesem Jahr stabil. Das ist vor allem mit Blick auf die spürbare Abkühlung der Weltkonjunktur und die zunehmenden Handelskonflikte bemerkenswert. Die hessische Exportstärke ist wichtig, weil zum Beispiel das verarbeitende Gewerbe rund 55 Prozent seines Gesamtumsatzes im Ausland erzielt“, sagt Robert Lippmann, Geschäftsführer des HIHK.
Besonders gut lief das Geschäft für hessische Exporteure in Südkorea (plus 15 Prozent), China (plus 6 Prozent) und Japan (plus 3 Prozent). Damit hat die Bedeutung Asiens für die hessische Außenwirtschaft weiter zugenommen. In Europa florierte das Geschäft vor allem in Polen (plus 10 Prozent) und Tschechien (plus 7 Prozent). Der Absatz in europäische Staaten legte 2019 leicht zu. Europa bildet mit einem Anteil von 65 Prozent das Rückgrat der hessischen Exportwirtschaft.
Nicht abkoppeln konnte sich die hessische Wirtschaft von der durch den Brexit bedingten Nachfrageschwäche in Großbritannien. Hier ging das Geschäft im Laufe des Jahres um rund 12 Prozent auf gut 3,7 Mrd. Euro zurück. Damit dürfte Großbritannien Platz 4 in der Rangfolge der wichtigsten hessischen Auslandsmärkte erstmals an China verlieren. 
Auch auf anderen Märkten war die Nachfrage nach hessischen Produkten in diesem Jahr verhaltener. Die Exporte nach Frankreich sanken um rund 6 Prozent. Die Ausfuhren in die Türkei gaben um etwa 12 Prozent nach. Rückläufig um knapp 3 Prozent war auch das Geschäft in die USA. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten werden sich in diesem Jahr auf rund 7,5 Mrd. Euro belaufen und damit knapp 12 Prozent der hessischen Exporte ausmachen. 
„Gerade in diesem Jahr zahlt sich aus, dass die hessischen Unternehmen auf den Weltmärkten breit aufgestellt sind. So konnten Nachfragerückgänge in einzelnen Regionen mit zusätzlichem Geschäft in anderen kompensiert werden“, erläutert Dr. Jürgen Ratzinger, fachpolitischer Sprecher International des HIHK, die Zahlen.    
Mit Blick auf das kommende Jahr wünsche sich die hessische Außenwirtschaft laut Lippmann, dass politische Unsicherheiten geklärt werden: „Immerhin gibt es hinsichtlich des Ausscheidens Großbritanniens aus der EU etwas mehr Klarheit. Jetzt brauchen wir möglichst rasch einen weitreichenden Handelsvertrag zwischen beiden Partnern, der der tiefen Verflechtung der beiden Wirtschaftsräume Rechnung trägt.“ 
Laut Lippmann müsse die Spirale aus wechselseitigen Strafzöllen, Drohungen und Gegendrohungen, mit der insbesondere der Handelskonflikt zwischen den USA und China geführt wird, dringend überwunden werden. „Die jüngste Teileinigung zwischen den beiden Kontrahenten USA und China ist ein Lichtblick. Entscheidend ist aber, dass alle Beteiligten wieder zu regelbasierten Handelsbeziehungen zurückkehren und auch die WTO als zentrale Plattform eines regelbasierten, multilateralen Handelssystems gestärkt wird.“, so Lippmann.