Rekordeinnahmen aus Gewerbesteuern belasten hessische Wirtschaft

27. Januar 2020 – Wie das Hessische Statistische Landesamt heute in Wiesbaden mitteilte, haben die hessischen Städte und Gemeinden 2019 ihre Einnahmen aus der Gewerbesteuer im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent gesteigert. Dazu äußert sich Dr. Christian Gastl, Vizepräsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Die Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer sind für die öffentlichen Haushalte positiv. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass sie die regionale Wirtschaft in Hessen so stark belasten wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahr stemmen die hessischen Unternehmen 195 Millionen Euro Steuerlast zusätzlich. Insgesamt werden 5,5 Milliarden Euro an kommunalen Steuern direkt von den hessischen Betrieben getragen. Da die Gewerbesteuer-Hebesätze, wie auch die Grundsteuer-Hebesätze, von den Kommunen in der Regel nicht zurückgenommen werden, führen sie zu einer fortlaufend höheren Belastung der regionalen Wirtschaft. Das reduziert die Ertragskraft hessischer Firmen. Langfristig kann das den Wirtschaftsstandort Hessen schwächen“, warnt Dr. Gastl.
Bereits im Dezember 2019 hatte der Hessische Industrie- und Handelskammertag den „Realsteuer-Monitor Hessen“ veröffentlicht. Ein Ergebnis: Seit 2015 haben 69 Prozent der hessischen Kommunen ihre Realsteuer-Hebesätze angehoben. Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsklima solle laut HIHK von weiteren Realsteuer-Anhebungen Abstand genommen werden. Die hessische Konjunktur dürfe nicht durch zusätzliche konjunkturdämpfende Effekte geschwächt werden.