Gestiegene Realsteuern belasten hessische Wirtschaft dauerhaft

4. Dezember 2019 – Seit 2015 haben 69 Prozent der hessischen Kommunen ihre Realsteuer-Hebesätze angehoben. Die Kommunen generieren damit Mehreinnahmen von rund 637 Mio. Euro. Das geht aus dem Realsteuer-Monitoring des Hessischen Industrie- und Handelskammertages hervor. 2019 haben 89 der 423 Kommunen in Hessen mindestens einen ihrer drei Realsteuer-Hebesätze erhöht.
„Über 65 Prozent der Mehrbelastungen seit 2015 gehen auf Anhebungen der Gewerbesteuer zurück. Gegenüber 2015 stemmen die hessischen Unternehmen damit schon heute mehr als 415 Mio. Euro an zusätzlicher Steuerlast“, hebt Dr. Christian Gastl, Vizepräsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) hervor. 
„Da kommunale Realsteuern in der Regel nicht zurückgenommen werden, führen sie zu einer fortlaufend höheren Belastung der regionalen Wirtschaft. Das reduziert die Ertragskraft hessischer Firmen. Langfristig kann das den Wirtschaftsstandort Hessen schwächen“, warnt Gastl. 
Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsklima solle von weiteren Realsteuer-Anhebungen, wie sie in zahlreichen hessischen Kommunen geplant sind, Abstand genommen werden. Der Abwärtstrend der hessischen Konjunktur, der sich laut jüngstem HIHK-Konjunkturbericht beschleunigt fortsetzt, dürfe nicht durch zusätzliche konjunkturdämpfende Effekte verstärkt werden.
Für den in dieser Form erstmals veröffentlichten Realsteuer-Monitor hat der HIHK die fortlaufende Belastungswirkung von Realsteuer-Anhebungen in allen 423 hessischen Kommunen errechnet. Berechnungsbasis sind die Wirtschaftsdaten des Bezugsjahrs 2015.