HIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2019

Konjunktur mit leichtem Dämpfer – Geschäftslage wird verhaltener bewertet
28. Mai 2019 – Die Konjunktur in Hessen erhält im Frühsommer 2019 einen leichten Dämpfer. Die heimischen Unternehmen korrigieren ihre Bewertung der aktuellen Geschäftslage zum vierten Mal in Folge nach unten, während die Geschäftserwartungen auf dem niedrigen Niveau der Vorumfrage verharren. Damit liegt das Konjunkturklima, das die Bewertung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen zusammenfasst, aktuell nur noch leicht über dem langfristigen Mittelwert. Das geht aus dem jüngsten Konjunkturbericht des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) hervor, der auf den Antworten von rund 2.600 hessischen Unternehmen basiert, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes abbilden.
„Die Ergebnisse der HIHK-Konjunkturumfrage zeigen: Die Sorgenfalten der hessischen Unternehmen werden tiefer“, so Robert Lippmann, Geschäftsführer des HIHK. „Deutliche Spuren hinterlassen die internationalen Handelsstreitigkeiten und die abflachende Weltkonjunktur bei den Exporterwartungen. Zum ersten Mal seit der Finanzkrise im Jahr 2009 überwiegen die pessimistischen Ausblicke der Unternehmen.“ 
Auf die Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft der Unternehmen dagegen wirke sich die gedämpfte Stimmung bisher kaum aus. Acht von zehn Unternehmen wollen ihr Investitionsniveau halten oder ausweiten, fast neun von zehn planen mindestens mit einem konstanten Personalbestand. Vor diesem Hintergrund sei in den kommenden Monaten trotz der eingetrübten Stimmung mit einer weiterhin robusten Binnennachfrage zu rechnen.
Neben den internationalen Faktoren sind es vor allem der Fachkräftemangel, das Risiko einer möglicherweise abnehmenden Inlandsnachfrage sowie die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen insgesamt, die den hessischen Unternehmen Sorgen bereiten.
“Die hessischen Unternehmen benötigen vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte.  Die Stärkung der dualen Ausbildung und eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten deshalb politische Priorität genießen. Aber auch kurzfristige und spürbare Entlastungen bei Bürokratie- und Steueraufwand sind notwendig, um die Widerstandsfähigkeit der hessischen Wirtschaft gegen eine schwächere Konjunkturentwicklung zu stärken“, so Lippmann.
Hintergrund:
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag informiert in seinen Konjunkturberichten dreimal jährlich über die aktuelle Lage der hessischen Unternehmen und deren Erwartungen bezüglich der Entwicklung von Geschäftslage, Investitionen und Beschäftigung. Die Daten basieren auf den Angaben von rund 2.600 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes abbilden.
Weiterführende Links:
Der aktuellen Ergebnisse der HIHK-Konjunkturumfrage stehen unter www.hihk.de/konjunktur kostenlos zur Verfügung.