Historischer Rückschlag für hessische Exporte

26. August 2020 - Zu den aktuellen Außenwirtschaftszahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes äußert sich Kirsten Schoder-Steinmüller, Vizepräsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):
„Das erste Halbjahr 2020 war ein historischer Rückschlag für die hessischen Exporte. Der plötzliche Ausfall von weiten Teilen der Weltwirtschaft hat die Geschäfte vieler Exporteure in Hessen fast zum Erliegen gebracht. 
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist Hessens Außenhandel aber bisher besser durch die Krise gekommen. Das liegt an der Branchen- und Exportstruktur, beispielsweise mit besonders exportstarken Betrieben in den Bereichen Pharma und Chemie.
Die hessische Wirtschaft braucht internationale Zusammenarbeit. Das gilt etwa für den Handel mit den USA, aber auch für den Kernmarkt Europa. Sorgen bereitet uns speziell Großbritannien, immerhin drittwichtigster Handelspartner der hessischen Wirtschaft in Europa. Es ist zu hoffen, dass die Europäische Union und Großbritannien zu einer baldigen Lösung für ein Freihandelsabkommen finden. 
Entscheidend ist, wie es weltweit den Volkswirtschaften gelingt, mit der Covid-19-Pandemie erfolgreich umzugehen. Eine Eindämmung ist die Bedingung dafür, dass Bestellungen und Investitionen auch in wichtigen Partnerländern Hessens wieder deutlich anziehen. Viele Handelshemmnisse, die zur Bekämpfung des Virus eingeführt wurden, sollten schrittweise wieder abgebaut werden. Andernfalls droht uns nach der Corona-Krise eine Krise des internationalen Handels.“
Hintergrund: Mehr als die Hälfte ihres Umsatzes erwirtschaftet die hessische Industrie im Ausland. Auch der Handel und der Dienstleistungssektor sind stark international ausgerichtet. Pro Jahr exportieren hessische Unternehmen Waren im Wert von rund 64 Milliarden Euro.