Grundsteuerreform: Wirtschaft wirbt für Flächenmodell in Hessen

19. November 2019 – In der anlaufenden Diskussion um die Neuregelung der Grundsteuer auf Landesebene bezieht Hessens Wirtschaft Position: Mit einer Resolution unter dem Titel „Öffnungsklausel für Hessen nutzen - Grundsteuerreform mit Flächenmodell umsetzen“ wirbt der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) dafür, eine eigene, von der Bundesregelung abweichende Berechnungsmethode für die Erhebung der Grundsteuer umzusetzen.
„Die gesetzliche Neuregelung zur Grundsteuer eröffnet den Bundesländern mit der sogenannten Länderöffnungsklausel erstmals die Möglichkeit, eigene, von der vorgesehenen Bundesregelung abweichende Grundsteuer-Modelle umzusetzen. Hiervon sollte die hessische Landesregierung Gebrauch machen, um Wirtschaft und Finanzverwaltung von unnötiger Bürokratie zu entlasten. Damit könnte Hessen auch im Standortwettbewerb punkten“, kommentiert HIHK-Präsident Eberhard Flammer den Vorstoß.
Konkret wirbt der HIHK dafür, bei der Grundsteuerberechnung auf ein möglichst einfaches wertunabhängiges Flächenmodell abzustellen. Das auf Bundesebene verfolgte wertorientierte Modell sei dagegen wegen seiner hohen Komplexität und des enormen bürokratischen Aufwands abzulehnen. 
„Die Grundsteuerreform sollte die Chancen der Digitalisierung nutzen. Auch dafür ist das wertunabhängige Flächenmodell die richtige Lösung. Weil die Steuerverwaltung auf vorhandene Flächenangaben zu Boden und Gebäuden zurückgreifen kann, lässt sich die Steuer auch gut digital abbilden“, so Flammer. Ziel müsse es sein, dass den Steuerpflichtigen die jeweiligen Bemessungsgrundlagen in Form einer vorausgefüllten Steuererklärung vorab zur Verfügung gestellt würden. Diese könne dann von den Steuerpflichtigen überprüft und akzeptiert oder bei Abweichungen korrigiert werden. So würde Bürokratie für Unternehmen und Verwaltung reduziert. 
Unabhängig vom gewählten Modell dürfe die Reform der Grundsteuer nicht zu Steuererhöhungen oder Verschiebungen zu Lasten der gewerblichen Wirtschaft führen, heißt es in der Resolution. In jedem Fall müsse die Anwendung der Grundsteuer rechtssicher sein.