Wirtschaft fordert politische Flankierung des Netzausbaus

IHK-Energiewendebarometer 2018


4. Dezember 2018 - „Netzausbau unterstützen“, „Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen“, „politische Maßnahmen besser abstimmen“: Das sind laut dem aktuellen Energiewende-Barometer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) die aus Sicht der hessischen Wirtschaft zentralen politischen Stellschrauben, um die Energieversorgung kurzfristig sicher, bezahlbar und umweltverträglich zu gestalten.
„Die Rückmeldungen der Unternehmen zeigen, dass die Leistungsfähigkeit unserer Stromnetze immer stärker zum Flaschenhals der Energiewende zu werden droht“, so Burghard Loewe, Federführer Umwelt und Energie des HIHK. “Mit dem zunehmenden Anteil von volatil einspeisenden Erneuerbaren Energien steigen auch die Anforderungen an unsere Stromnetze deutlich. Der damit einhergehende Ausbaubedarf braucht eine aktive politische Flankierung.“ 
Wichtig sei dabei allerdings, die effizientesten Lösungen zu identifizieren Dazu gehöre auch eine turnusmäßige Überprüfung in welchem Umfang Erweiterungen der Stromnetze erforderlich beziehungsweise volkswirtschaftlich sinnvoll sind. 
Als besorgniserregend bewertet der HIHK, dass gegenwärtig jedes fünfte Unternehmen negative (16,8 %) bzw. sehr negative (2,8 %) Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit meldet. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der negativ betroffenen Unternehmen sogar um knapp 3 Prozentpunkte gestiegen. 
„Die zunehmend schlechtere Beurteilung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit durch unsere Unternehmen muss als Warnsignal verstanden werden“, so Loewe. 
Nicht ohne Grund würden gut 56 Prozent der Betriebe eine Reduktion der Abgaben und Steuern auf den Strompreis befürworten.
Laut IHK-Energiewende-Barometer ist der Strompreis für 40 Prozent der Unternehmen in Hessen gegenüber dem Vorjahr angestiegen; bezüglich der Energiepreise (Gas, Fernwärme, Heizöl, Benzin, Diesel, ohne Strom) melden sogar 55 Prozent der Betriebe zusätzliche Belastungen. 
Positiv sieht der HIHK, dass die heimischen Unternehmen trotz zahlreicher Herausforderungen aktiv am Thema Energieeffizienz und Kosteneinsparung arbeiten. So haben 24 Prozent der Unternehmen in Hessen im vergangenen Jahr Maßnahmen bereits entsprechende realisiert, weitere 33 Prozent sind aktuell in der Umsetzungsphase und knapp 17 Prozent planen Verbesserungen. Andere Maßnahmen mit hohem Umsetzungsgrad in Unternehmen sind der „Wechsel auf CO2- ärmere Energieträger“ der „Bezug von Ökostrom sowie der „Lieferanten- / Versorgerwechsel“. 

Hintergrund: 
An der Umfrage zum siebten Energiewende-Barometer der IHK-Organisation haben sich bundesweit 2.167 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen beteiligt, darunter 299 Betriebe aus Hessen. 
Die vergleichende Auswertung der Ergebnisse Hessen zu Deutschland finden Sie hier.