Hessische Unternehmen zum Brexit: Flexible Verlängerung nur ein Zwischenschritt

28. Oktober 2019 – Anlässlich der jüngsten Entwicklungen beim geplanten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union äußert sich Kirsten Schoder-Steinmüller, Vizepräsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages:
„Der Brexit ist seit drei Jahren der größte Unsicherheitsfaktor für hessische Unternehmen im Europageschäft. Mit der flexiblen Verlängerung können nun hoffentlich die hohen Kosten eines ungeordneten Brexit vermieden werden.
Deutliche Einschnitte gibt es trotzdem: Der hessische Export ins Vereinigte Königreich war im ersten Halbjahr 2019 rund 15 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2016.
Die starke Verflechtung zwischen Hessen und dem Vereinigten Königreich bleibt erhalten: 9 von 10 hessische Unternehmen stellen ihr dortiges Engagement nicht in Frage. Das zeigt eine Auswertung der IHK-Studie „Going International“ aus diesem Jahr.
Die flexible Verlängerung ist deshalb nur ein Zwischenschritt. Nachdem die Austrittsmodalitäten endlich geklärt sind, muss die Politik rasch ein möglichst umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgestalten. Die hessischen Unternehmen brauchen so schnell wie möglich Planungssicherheit, möglichst freien Warenverkehr und wenig zusätzliche Bürokratie.“