Corona-Überbrückungshilfe


Stand: 8. Juli 2020, 15:30 Uhr
** UPDATE ** PROGRAMMSTART AM 10. JULI **
Das Informationsportal des Bundeswirtschafsministeriums (BMWi) ist nun onlineEs bietet Unternehmen ausführliche Informationen, Checklisten zur Antragsberechtigung und eine Liste häufig gestellter Fragen (FAQs). Das Programm startet am 10. Juli.

Anträge können ausschließlich über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer gestellt werden. Diese müssen sich zunächst über das BMWi-Portal registrieren. Weitere Hinweise zum Antragsverfahren finden StB und WP auf der Seite der Bundesteuerberaterkammer (BStBK) und der Homepage der Wirtschaftsprüferkammer (WPK).

Für all jene, die noch keinen StB oder WP haben, haben wir entsprechende Suchtools zusammengestellt.
 
Ansprechpartner für ERSTANFRAGEN:
  • Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen
    Rufen Sie Ihre IHK vor Ort an: www.ihk.de
  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
    Bitte richten Sie Ihre Rückfragen und Anregungen an Ihre berufsständische Kammer.
  • Handwerksbetriebe
    Wenden Sie sich bitte an ihre regionale HWK.
  • Gastwirte und Hoteliers
    Der DEHOGA Hessen berät unter 0611 / 9920-10.
  • Handelsunternehmen
    Der Handelsverband Hessen ist unter 069 / 1330910 zu erreichen
  • Freiberufler und Künstler
    Wenden Sie sich an lokale Wirtschaftsförderungen oder Branchenverbände.

Kann ich Überbrückungshilfe beantragen?

Die Überbrückungshilfe wird branchenübergreifend kleinen und mittelständischen Unternehmen gewährt, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Dies wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind.
Die Überbrückungshilfe soll den Besonderheiten stark betroffener Branchen Rechnung tragen. Diese sind neben anderen:
  • Unternehmen der Veranstaltungslogistik, des Caterings und der Veranstaltung von Messen
  • Reisebüros und Reisebusunternehmen
  • das Hotel- und Gaststättengewerbe
  • Kneipen, Clubs und Bars
  • Schausteller
  • Branchen, die im engen Kontakt zum Endkunden stehen
  • als Sozialunternehmen geführte Übernachtungsstätten wie Jugendherbergen, Schullandheime
  • Träger von Jugendeinrichtungen des internationalen Jugendaustauschs
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe und Inklusionsbetriebe
  • Profisportvereine der unteren Ligen
Soloselbstständige im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt.

Nicht antragsberechtigt sind:

  • Selbstständige im Nebenerwerb
  • Unternehmen, die erst nach dem 31.10.2019 gegründet wurden.
  • Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder Insolvenz angemeldet haben.
  • Unternehmen, die sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition in Schwierigkeiten befunden haben.
  • Unternehmen, die sich für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren.
  • Unternehmen, die nicht bei einem deutschen Finanzamt gemeldet sind oder keine Betriebsstätte oder keinen Sitz in Deutschland haben.

Wie viel Überbrückungshilfe kann ich erhalten?

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August. Entscheidend ist dabei der Umsatzrückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat.
Folgende Staffelung ist vorgesehen:
  • >70% Umsatzrückgang = 80% der Fixkosten werden erstattet
  • 50%–70% Umsatzrückgang = 50% der Fixkosten werden erstattet
  • 40%-50% Umsatzrückgang = 40% der Fixkosten werden erstattet
IHK-RECHNER Überbrückungshilfe

Mit dem IHK-Rechner können Sie in drei Schritten unverbindlich herausfinden, ob und ggf. wie viel Hilfe Sie beantragen können.
Hinweis für junge Unternehmen
  • Gründung nach April 2019:
    Als Vergleichsmonate gelten November und Dezember 2019.
  • Gründung nach Juni 2019:
    Als Vergleichsmonate gelten die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020.
  • Gründung nach dem 31.10.2019
    Das Unternehmen ist nicht antragsberechtigt.
Der Maximalbetrag der Überbrückungshilfe beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Dieser gilt auch für verbundene Unternehmen*. 
Einzelunternehmer (Soloselbstständige) sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten sollen
  • max. 3.000 EUR/Monat erhalten.
Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten sollen
  • max. 5.000 EUR/Mona erhalten.
Diese maximalen Erstattungsbeträge können nur in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden.
Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten sollen
  • max. 50.000 EUR/Monat erhalten.
Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen* werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
Die Inhaberin/der Inhaber ist kein/e Beschäftigte/r (Ausnahme: Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, die sozialversicherungsrechtlich als angestellt eingestuft werden).
Weitere Hinweise zur Bestimmung der Beschäftigten finden Sie im BMWi-Informationsportal.
Die Überbrückungshilfe ist zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt werden.

Welche Kosten können angesetzt werden?

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste:
  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen.
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert.
Hinweis für Reisebüros
Inhaber von Reisebüros können außerdem Provisionen ansetzen, die sie den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben.
Die Fixkosten der Ziffern 1 bis 9 müssen vor dem 1. März 2020 begründet worden sein.

Nicht gefördert werden:

  • Lebenshaltungskosten/Unternehmerlohn
  • Kosten für Privaträume
  • Fixkosten an verbundene Unternehmen*

Wann und wie kann ich die Überbrückungshilfe beantragen?

Das Programm startet am 10. Juli und die Antragstellung ist bis zum 31. August 2020 möglich. Die Beantragung ist ausschließlich über Steuerberater und Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer möglich.
StB und WP müssen sich zunächst über ein zentrales Portal des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) registrieren. Dort können anschließend Anträge für das gesamte Bundesgebiet gestellt werden; auch das Hochladen der einzureichenden Unterlagen wird dort möglich sein. Das Portal wird am 8. Juli freigeschaltet. 
Die Anträge werden dann an die in den Ländern zuständigen Stellen weitergeleitet, dort bearbeitet und auch von dort ausgezahlt.
Vorgesehen ist ein zweistufiges Antragsverfahren. Folgende Unterlagen können als Nachweis dienen:
STUFE 1: ANTRAGSTELLUNG
  • Umsatzsteuervoranmeldungen 2019 sowie den
  • Jahresabschluss 2019 und die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuererklärung 2019
Soweit die erforderlichen Kennzahlen für 2019 noch nicht vorliegen, können auch betriebswirtschaftliche Unterlagen (Jahresabschluss 2018 etc.) aus 2018 vorgelegt werden.
STUFE 2: NACHWEIS
  • Umsatzsteuervoranmeldung aus dem Förderzeitraum
  • endgültige Fixkostenabrechnungen

Bei Fragen zur Vorbereitung der Anträge und zu weiteren Details wenden Sie sich bitte an Ihren StB/WP. Nutzen Sie auch die Checkliste für die Antragstellung bei Neumandanten der BStBK, um Unterlagen für die Antragstellung vorzubereiten.

Für all jene, die noch keinen StB oder WP haben, haben wir entsprechende Suchtools zusammengestellt.

Weitere Details finden Sie im im Eckpunktepapiers des Bundeskabinetts vom 12. Juni 2020 unter dem Stichwort “Nachweise”.

Wie finde ich einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer?

Die berufsständischen Kammern und Verbände der Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer bieten auf ihren Homepages Suchservices an:
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Welche anderen Hilfen gibt es?

  • Unternehmen können über die Hausbanken Förderkredite der hessischen Landesförderbank (WIBank Hessen) oder der KfW beantragen.
  • Der Kleinkredit “Hessen-Mikroliquidität” kann ohne Mitwirkung der Hausbank direkt bei der WIBank beantragt werden.
  • Das Land Hessen stellt außerdem Expressbürgschaften der Bürgschaftsbank Hessen zur Verfügung.
  • Bundesweite Förderprogramme können Sie in der Förderdatenbank des BMWi recherchieren.
Weitere Informationen zu Förderinstrumenten finden Sie auf unserer Seite „Umgang mit Liquiditätsengpässen“.

Diese Seite wurden erstellt mit Inhalten des Eckpunktepapiers des Bundeskabinetts vom 12. Juni 2020.

* Hinweis für verbundene Unternehmen
rechtlich selbständige verbundene Unternehmen oder Unternehmen, die im Eigentum oder unmittelbar oder mittelbar unter dem beherrschenden Einfluss derselben Person oder desselben Unternehmens stehen.